Von Jörg Schurig
Dresden - Sachsens Obstbauern rechnen mit geringerem Ertrag der Apfelernte. Allerdings bei guter Qualität der Produkte. Nach vorläufigen Schätzungen betrage die Erntemenge rund 44.300 Tonnen, sagte Jörg Geithel (65), Chef des Obstbauverbandes Sachsen & Sachsen-Anhalt. Damit liege die sächsische Ernte um 14,7 Prozent unter dem Vorjahresertrag (51.960 Tonnen).
Als Gründe nannte er eine kleinere Anbaufläche, Frost und Hagel sowie Hitze und Trockenheit. Dazu komme Alternanz, also schwankende Fruchterträge im zweijährigen Rhythmus. 2025 galt als starkes Apfeljahr.
Sachsen stehe mit dieser Entwicklung nicht allein da. Der Rückgang reihe sich in einen europaweiten Trend ein. Nach Schätzungen werde die Apfelproduktion in den wichtigsten EU-Ländern in diesem Jahr auf etwa 9,5 Millionen Tonnen geschätzt, etwa 16 Prozent weniger als im Vorjahr und damit die kleinste EU-Apfelernte seit 2017.
Die Obstbauern würden zudem unter höchsten Qualitäts-, Umwelt- und Sozialstandards produzieren und seit vielen Jahren "in Biodiversität, Blühstreifen, Nistkästen, moderne Klimaschutzmaßnahmen" investieren, sagte Geithel.
Man sei Teil der Ernährungssicherheit, doch die Rahmenbedingungen würden schwieriger. Der Verbands-Chef verwies unter anderem auf steigende Produktionskosten. Das bedeute Wettbewerbsnachteil.
"Wir reden über Regionalität und Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit, aber akzeptieren immer häufiger, dass heimisches Obst durch Importware ersetzt wird."