Aus Alt wird Neu! Klopapier-Hersteller erweitert seine Produktion

Kriebstein - Vom Taschentuch zum Raumteiler: Die Wepa-Gruppe produziert am Standort Kriebstein (Mittelsachsen) bereits Kosmetik- und Papiertaschentücher, aber auch Klopapier. Nun baut Wepa über ein Joint Venture mit dem spanischen Unternehmen Honext eine neue Fertigung auf. Der Freistaat beteiligt sich mit knapp 10 Millionen Euro.

Die Papiermaschine produziert mehr Papier, als in Kriebstein verarbeitet werden kann. Der Überschuss geht an andere Standorte, nach Leuna (Sachsen-Anhalt) etwa.  © Uwe Meinhold

Geplant ist die Produktion von Faserplatten aus aufbereiteten Recyclingfasern und ergänzenden Faserstoffen aus der benachbarten Hygienepapier-Erzeugung. Wand- und Deckenverkleidungen sind damit möglich, Akustiklösungen oder nachhaltiger Messe- und Ladenbau sowie Innenausstattungen und flexible Trennwandsysteme für Büros.

Ob die Platten ausschließlich im technischen oder auch im Dekobereich eingesetzt werden, sei derzeit in der Entwicklung, sagte Geschäftsführer Wolfgang Köster gegenüber TAG24 bei der Übergabe des Fördermittelbescheids.

Der Freistaat beteiligt sich an der insgesamt 39 Millionen Euro schweren Investition mit Fördermitteln von 9,85 Millionen Euro. Wirtschaftsminister Dirk Panter (52, SPD): "Die Förderung ist gut angelegtes Geld, denn das Vorhaben hat Vorbildcharakter für die Kreislaufwirtschaft im Freistaat Sachsen und darüber hinaus für ganz Europa."

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Wirtschaftsminister Dirk Panter (52, SPD) übergab den Fördermittelbescheid persönlich und ließ sich die Produktion anschließend vom Wepa-Vorstandsvorsitzenden Martin Krengel (69, r.) erklären.  © Uwe Meinhold
Jede vierte Klopapierrolle in Deutschland stammt von Wepa.  © DPA
Für das Recyclingpapier werden Unmengen an Altpapier gebraucht. Auch bei den neuen Faserplatten soll Altpapier zum Einsatz kommen.  © Uwe Meinhold

280 Mitarbeiter in Kriebstein

Wepa mit Sitz im westfälischen Arnsberg engagiert sich bereits seit 1990 in Kriebstein. In den 2000ern liefen 80 Päckchen Taschentücher pro Minute über die Bänder. Heute sind es 8000 Stück. Jedes vierte Produkt in Deutschland aus diesem Bereich wird von Wepa gefertigt, ganz gleich, welcher Markenname am Ende draufsteht. Derzeit sorgen 280 Mitarbeiter in Kriebstein dafür, dass die Produktion rundläuft.

Wepa war 1983 übrigens das erste Unternehmen europaweit, das Recyclingstoffe für die Tissue-Produktion einsetzte. Heute produziert das familiengeführte Unternehmen an 15 Standorten in sechs europäischen Ländern und macht einen Jahresumsatz von 1,9 Milliarden Euro.

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