Bautzen - Ein Wunder, dass er noch lebt! Schäferhund-Mischling Keks hatte allein in seinem Kopf 42 Geschosse stecken. Nach monatelanger Behandlung geht es ihm wieder besser. Nun hat die Polizei auch den mutmaßlichen Tierquäler (48) ermittelt.
Am 28. April fiel das Tier Passanten auf. In einem Dorf bei Bautzen zog Keks stark abgemagert und verwahrlost durch die Straßen, kam ins Tierheim Bloaschütz.
Bei der Untersuchung stockte den Mitarbeitern der Atem: Mehr als 40 Diabolos, Geschosse eines Luftgewehrs, steckten im Körper des Hundes. Die meisten in seinem Kopf: "Er brauchte drei Operationen", sagt Maria Göpfert (38), stellvertretende Leiterin des Tierheims.
"Aber es stecken noch immer Diabolos in ihm. Die werden auch da bleiben, weil sie so nah an Blutgefäßen oder Muskeln liegen, dass für jedes eine einzelne Operation nötig wäre." Zudem wäre jede davon auch gefährlich für Keks, dem es mittlerweile wieder recht gut geht.
Maria Göpfert hat ihn gleich selbst adoptiert: "Er liebt immer noch Menschen über alles", sagt sie. "Aber er hat Angst vor Knallgeräuschen, da geht er aggressiv nach vorn."
Dem Schützen wird ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vorgeworfen
Mitte August kam dann die Polizei auf die Spur des Schützen, durchsuchte die Wohnung des Deutschen.
"Dabei fanden die Einsatzkräfte das entsprechende Luftdruckgewehr und stellten es sicher", so Polizeisprecherin Anja Leuschner (36). "Der Mann wird sich wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz zu verantworten haben."