Blei im Zimt und Glycerin im Slush-Eis: Mehr als jede siebte Lebensmittelprobe weist Mängel auf
Von Andreas Hummel
Chemnitz - Glycerin im Slush-Eis, Salmonellen im Hack, Blei im Zimt: Mehr als jede siebte untersuchte Lebensmittelprobe in Sachsen (15,4 Prozent) wies 2025 Mängel auf. In 50 Fällen wurden sie sogar als gesundheitsschädlich eingestuft, wie aus dem neuen Jahresbericht der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen hervorgeht.
"Unsere Lebensmittel sind im Großen und Ganzen sicher", resümiert Präsidentin Susanne Bastian mit Blick auf die Gesamtzahl von knapp 20.500 untersuchten Proben.
Die Beanstandungen seien etwas zurückgegangen: Im Jahr zuvor lag der Anteil noch bei 16,8 Prozent. Das Gros entfalle auf irreführende oder nicht vorschriftsgemäße Kennzeichnungen, etwa mit Blick auf Zusatzstoffe oder Allergene.
Das betraf etwa sogenannte Dubai-Schokolade, bei der keine Probe ohne Mängel war. So stammte keines der Produkte tatsächlich aus Dubai, sondern meist aus der Türkei.
Zudem fehlten Warnhinweise auf enthaltene Zusatzstoffe. "Bei neuen Trends im Bereich der Süßigkeiten sollte man immer eine gesunde Vorsicht walten lassen", rät Bastian.
Auch andere Lebensmittel wie Kaffee, Rooibos-Tee, Olivenöl und Manuka-Honig wurden auf ihre Echtheit untersucht. So bestehe bei Kaffee die Gefahr, dass billigere Robusta-Bohnen den als Arabica gekennzeichneten Sorten beigemischt werden, erklärt die Expertin.
In den Laboren habe sich dazu aber kein Hinweis bei den untersuchten Proben ergeben. Dagegen fanden sich bei Garnelen Wasserzusätze, die das Verkaufsgewicht erhöhen. Auch bei Olivenöl wurden auf Basis von sensorischen Tests drei von 25 Proben als nicht konform mit der höchsten Güteklasse "nativ extra" eingestuft.
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Sprunghafter Anstieg bei Borreliose-Erkrankungen
Die Experten nehmen auch Krankheiten in den Blick, die durch Tiere wie Zecken und Mücken übertragen werden. So habe es 2025 einen sprunghaften Anstieg bei Neuerkrankungen an Borreliose gegeben. Die Zahl sei um 62 Prozent auf mehr als 2.600 gestiegen - ein neuer Höchststand, hieß es.
Sorge bereitet auch die Asiatische Tigermücke, die 2024 erstmals in Dresden nachgewiesen wurde. Das in Südostasien heimische Insekt kann tropische Infektionskrankheiten, wie Dengue- und Zika-Erreger, übertragen.
Um die weitere Ausbreitung im Blick zu behalten, betreibt die Behörde ein Monitoring-Programm. Dabei habe sich gezeigt, dass die Mücke erfolgreich überwintert und sich in dem Gebiet etabliert habe. Es sei 2025 jedoch weder zu einer großflächigen Ausbreitung noch zu einer massenhaften Vermehrung gekommen, heißt es in dem Jahresbericht.
Generell rät die Behörde, bei der Zubereitung von Lebensmitteln auf entsprechende Hygiene zu achten. Das gelte insbesondere für tierische Lebensmittel wie Fleisch, Fisch und Milchprodukte, bei denen etwa Listerien auftreten können. Vor dem Verzehr sollten sie unbedingt gründlich durchgegart werden.
Probleme könnten auch bei unsachgemäßer Lagerung entstehen - etwa bei zu hohen Temperaturen. Auch Rohmilch sollte stets nur abgekocht verzehrt werden, mahnen die Experten. In Rohmilch-Proben wurden den Angaben zufolge schon multiresistente Bakterien gefunden, gegen die viele Antibiotika wirkungslos sind.
Titelfoto: Bildmontage: Oliver Berg/dpa, Hendrik Schmidt/dpa

