Dresden/Leipzig - Welche Rechte hat ein fraktionsloser Abgeordneter im Landtag? Doreen Voigt (42, parteilos) weiß das seit Montag genau. Die Parlamentsverwaltung briefte die Leipzigerin, die aus der BSW-Fraktion ausgetreten ist.
Voigt stellt klar: "Ich will als Sozialpädagogin meine Fachexpertise aus unterschiedlichen Bereichen in die Politik tragen - speziell im sozialen Bereich und der Kinder- und Jugendhilfe."
Bevor Voigt als Parteilose für das BSW über die Liste in den Landtag einzog, hat sie mit schwer psychisch kranken Menschen gearbeitet, Pflegekräfte geschult, Kitas beraten, Heranwachsenden in Notsituationen beigestanden und sich mit Integrationsfragen beschäftigt.
Voigt: "Zuletzt war ich beim Paritätischen Wohlfahrtsverband angestellt. Für die Ausübung meines Mandates bin ich freigestellt."
Sie betont, dass sie sofort wieder zurück in ihre alte Stelle könnte - es aber nicht will. "Ich möchte in der Politik arbeiten, um Veränderungen herbeizuführen. Unser Sozialhilfesystem ist ein Dschungel mit einer aufgeblasenen Bürokratie. Die Angebote sind nicht miteinander verzahnt."
BSW-Aussteigerin fordert Sozialreformen und Bürokratieabbau
Sie ist überzeugt: "Statt immer mehr Geld brauchen wir echte Reformen, 'Hilfe aus einer Hand' und Lotsen, die den bedürftigen Menschen zur Seite stehen. Das wären Veränderungen im Sinne der Bürger." Gegenwärtig liege ihr Fokus auf den sogenannten Systemsprengern.
Kinderschutzbehörden können diesen Mädchen und Jungen keine geeigneten Hilfsmaßnahmen anbieten. Voigt organisierte dazu bereits zwei Expertenrunden. Am 2. Dezember möchte sie in Leipzig Betroffene treffen, um deren Perspektive zu hören.