CDU und AfD wollen Stolpersteine in Heidenau ablehnen: Das ist der Grund
Von Sebastian Münster
Heidenau - Die Stadträte von AfD und CDU sprechen sich gegen die Verlegung weiterer Stolpersteine in Heidenau (Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) aus.
In einem fraktionsübergreifenden Beschlussantrag gemeinsam mit dem "Bündnis Oberelbe für mehr Demokratie" fordern Vertreter der beiden Parteien, Stolpersteine "im öffentlichen Straßen- und Gehwegbereich" künftig abzulehnen.
Der Stadtrat soll am Donnerstagabend über eine entsprechende Beschlussvorlage abstimmen. Zuvor hatte die BILD berichtet.
Viele Bürger, Angehörige und Initiativen würden diese Form der Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus als nicht angemessen empfinden, so die Begründung.
Stattdessen solle das Gedenken vorzugsweise auf dem Nordfriedhof der Stadt stattfinden, so "dass ein direktes Betreten der Gedenkelemente ausgeschlossen ist".
Die Verwaltung empfiehlt, die Vorlage abzulehnen. "Das Gedenken sollte auch künftig sichtbar und wahrnehmbar im öffentlichen Raum stattfinden", heißt es darin.
Kultur- und Bildungszentrum will Verlegung weiterer Stolpersteine
In Heidenau gibt es demnach bereits Stolpersteine an zwei Standorten - unter anderem zur Erinnerung an den früheren Heidenauer Bürgermeister Paul Gröger.
Bereits im vergangenen Jahr hatte das Alternative Kultur- und Bildungszentrum Sächsische Schweiz mit Sitz im benachbarten Pirna die Verlegung weiterer Stolpersteine beantragt.
Die Erinnerungsform der Stolpersteine gibt es bereits seit den 90er Jahren.
Die in der Regel spendenfinanzierten Pflastersteine mit den Namen der Opfer des Nationalsozialismus werden am letzten bekannten Wohn- oder Wirkungsort der Opfer verlegt.
Titelfoto: Montage: Sascha Lotz/dpa, Daniel Förster

