"Cold Case" auf dieser Burg in Sachsen: Besucher lösen das Knochen-Rätsel
Leisnig - Am 24. Juni 1965 entdeckte eine Gruppe "Junger Historiker" menschliche Knochen in der alten Kapelle der Burg Mildenstein (Sachsen). Lange Zeit war das Skelett Teil der Ausstellung. Doch niemand wusste: Wer war der oder die Verstorbene und was war wohl passiert?
Museologin Claudia Fiebach (45) wollte das Rätsel endlich lösen und rollte den "Cold Case" 2020 neu auf. Ihre Ergebnisse präsentiert sie nun spielerisch im neuen, interaktiven Anthro Lab, das am Freitag auf der Burg Mildenstein eröffnet.
Dabei werden die Besucher selbst zu Wissenschaftlern und Ermittlern, um diesen mysteriösen Fall an insgesamt fünf Stationen zu lösen. Zuerst besichtigen sie den Fundort - damals allerdings eine Etage tiefer - und lauschen dem Zeitzeugen Siegfried Bretsch (79), der damals zu den "Jungen Historikern" gehörte.
Mithilfe von Knochen-Nachbildungen bestimmen sie Alter, Geschlecht und Körpergröße. DNA-Analysen, Isotopenuntersuchungen und Radiokarbon-Datierungen geben schließlich weitere Hinweise.
Die gewonnenen Erkenntnisse werden dann an der letzten Station, dem Anthro Lab Scanner, zu einer digitalen Gesichtsrekonstruktion zusammengeführt. Erst jetzt erfahren die Besucher, ob sie den Fall richtig gelöst haben.
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Längst nicht alle Rätsel gelöst
"Wir haben die Ausstellung bewusst offen gestaltet", erklärt Claudia Fiebach. Denn es seien längst nicht alle Rätsel gelöst. "Wir erhoffen uns noch neue Informationen aus der DNA-Analyse."
Zum Beispiel zu Verwandtschaftsverhältnissen, der Herkunft oder über Krankheiten, die vielleicht auch eine Erklärung zur Todesursache liefern.
Das Skelett selbst hat es übrigens nicht mehr in die Ausstellung geschafft. Fiebach: "Es ist einfach nicht mehr zeitgemäß." Seine vorerst letzte Ruhe hat es deshalb in einer Kiste im Depot gefunden.
Weitere Informationen findet Ihr auf burg-mildenstein.de.
Titelfoto: Petra Hornig (2)

