Geheime Abstimmung: Stolperstein-Verbot in dieser Gemeinde
Von Sebastian Münster
Heidenau - Die Stadträte von AfD und CDU sprechen sich gegen die Verlegung weiterer Stolpersteine in Heidenau aus. Der fraktionsübergreifende Beschlussantrag, Stolpersteine "im öffentlichen Straßen- und Gehwegbereich" künftig abzulehnen, wurde am Donnerstagabend mit in einer geheimen Abstimmung mit 13 Ja-Stimmen (sechs Nein, eine Enthaltung) beschlossen, berichtet die Sächsische Zeitung.
Viele Bürger, Angehörige und Initiativen würden diese Form der Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus als nicht angemessen empfinden, so die Begründung.
Stattdessen solle das Gedenken auf dem Nordfriedhof der Stadt stattfinden, "sodass ein direktes Betreten der Gedenkelemente ausgeschlossen ist".
Die Verwaltung hatte empfohlen, die Vorlage abzulehnen.
"Das Gedenken sollte auch künftig sichtbar und wahrnehmbar im öffentlichen Raum stattfinden", heißt es darin.
Seit wann es Stolpersteine als Einnerungsform gibt
Die Erinnerungsform der Stolpersteine gibt es seit den 90er-Jahren.
Die in der Regel spendenfinanzierten Pflastersteine mit den Namen der Opfer des Nationalsozialismus werden am letzten bekannten Wohn- oder Wirkungsort der Opfer verlegt.
Erstmeldung: 10.04 Uhr, zuletzt aktualisiert: 20.32 Uhr
Titelfoto: Montage: Sascha Lotz/dpa, Daniel Förster
