Augustusburg - Die überdachte Hennersdorfer Holzbrücke in Augustusburg (Mittelsachsen) ist malerisches Fotomotiv, wichtige Verkehrsanbindung und historisches Baudenkmal in einem. Das 185 Jahre alte Denkmal wird bis Jahresende aufwendig saniert.
Ein Gerüst umhüllt die alte Konstruktion aus Lärchenholz, statt Schiefer deckt eine Plastikplane das Dach ab. Darunter entfernen Zimmerleute die letzten Eichenbohlen, um an die verrosteten Stahlträger darunter heranzukommen.
"Die waren 1971 bei der letzten Sanierung eingebaut worden, weil man mit W-50-Lastern hier drüber fahren wollte", weiß Zimmerermeister Reinhard Arnold (57). "Es ist Zeit, dass sie entfernt werden. Eingetragenes Tausalz hat ihnen zugesetzt."
Stahl wird es nach der Sanierung in der Brücke nicht mehr geben. Für rund 850.000 Euro soll sie so wieder hergestellt werden, wie sie 1840 von Baumeister Christian Friedrich Uhlig entworfen wurde. Der Altenhainer war als Kirchenbaumeister seiner Zeit bekannt, errichtete auch die Augustusburger Stadtkirche.
"Die Stahlkonstruktion unter der Brücke wird auf der gesamten Länge durch eine Holzkonstruktion ersetzt. Lediglich das Ständerwerk des Brückenhauses bleibt erhalten", so eine Sprecherin des Landratsamtes Mittelsachen.
Nach den Abbrucharbeiten der vergangenen Wochen wird demnächst die Tragschicht der Brücke aufgebaut. Die Zimmerleute verschrauben dafür Eichenholz in drei Schichten. Damit soll der Verkehr ab nächstem Jahr ohne Klappergeräusche zwischen Kunnersdorf und Hennersdorf über die Zschopau rollen.