Görlitz - Dreimal wurde er abgeschoben, dreimal reiste er wieder nach Sachsen ein: Weil die Beamten genug davon hatten, einem Mann aus Polen hinterherzujagen, wurde der 58-Jährige am Mittwoch in einem Schnellverfahren am Amtsgericht Görlitz verurteilt.
Bereits 2020 hatte der Mann sein Recht auf Freizügigkeit, also das Recht sich frei innerhalb des Landes zu bewegen, verloren, als er durch den Landkreis Teltow-Fläming abgeschoben wurde. Für den Polen wurde ein Einreiseverbot verhängt.
Wie die Ludwigsdorfer Polizei mitteilte, reiste der 58-Jährige vergangenen Sonntag erstmals wieder mit dem Zug nach Görlitz ein und lief direkt am Bahnhof Polizisten in die Arme. Die Beamten nahmen ihn daraufhin fest, schrieben eine Anzeige wegen unerlaubter Einreise und unerlaubten Aufenthalts und schoben ihn zurück nach Polen ab.
Am Montag dann der zweite Versuch: Eine Mitarbeiterin eines Geschäfts am Görlitzer Bahnhof alarmierte die Polizei wegen Diebstahls. Die Beamten trafen erneut auf den 58-Jährigen, der mit 2,29 Promille entsprechend stark betrunken war.
Seine Rechnung hatte er zu dem Zeitpunkt inzwischen in dem Geschäft beglichen. Die Polizisten schrieben dennoch erneut eine Anzeige und schoben ihn ein weiteres Mal ab. Dabei kündigte er an, gleich wieder zurückzukehren.
Pole in Schnellverfahren zu sechs Monaten Haft verurteilt
Seine Ankündigung machte der Pole wahr: Nur eine Stunde später wurde er abermals am Bahnhof in Görlitz aufgegriffen.
Nach seiner Festnahme und der Rücksprache mit der Görlitzer Staatsanwaltschaft wurde am Dienstag ein Antrag auf Durchführung eines beschleunigten Verfahrens gestellt. Dieses fand am Mittwochnachmittag statt. Eine Richterin verurteilte den Angeklagten wegen der selbständigen Taten zu sechs Monaten Haft ohne Bewährung.
Für ihn ging es direkt in die JVA Görlitz.