Energie aus der Lausitz, auch nach Kohle-Aus: Boxberg kriegt Gas-Kraftwerke
Boxberg - Der Kohleausstieg besiegelt nicht das Ende der Energiewirtschaft in der Lausitz: Am sächsischen Braunkohlestandort Boxberg der LEAG sollen künftig neue Gas-Kraftwerke entstehen, die später auch auf einen Betrieb mit Wasserstoff umgerüstet werden können. Die Bundesnetzagentur erteilte Boxberg am Dienstag entsprechende Zusagen.
"Das sind gute Nachrichten für Sachsen und die Lausitz", sagte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (51, CDU). Boxberg erhielt konkret zwei Zuschläge für Gaskraftwerksblöcke mit jeweils 560 Megawatt Bruttoleistung im Rahmen der Ausschreibung des sogenannten Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetz (StromVKG).
Die Entscheidung für diesen Standort zeigt Kretschmer: "Boxberg bleibt unverzichtbar für die Versorgungssicherheit und die Netzstabilität in Deutschland."
Sachsens Wirtschafts- und Energieminister Dirk Panter (53, SPD) freut sich: "Das Ende der Braunkohle bedeutet also nicht das Ende des Kraftwerksbetriebs. Durch die Weiternutzung bestehender Infrastruktur am Kraftwerkstandort Boxberg in Sachsen werden Kosten für einen kompletten Kraftwerksneubau vermieden. Das ist volkswirtschaftlich sinnvoll und kommt letztlich den Stromkunden zugute."
Die rund 500 Mitarbeiter des Kraftwerkes Boxberg freuen sich. Vor ihnen liegt nicht ein Niedergang, sondern ein Neuanfang mit großen Aufgaben. Die Umrüstung von Altanlagen auf moderne Gas-Anlagen gilt in der Branche als spannende Herausforderung.
Belegschaft hofft, dass Boxberg Energie- und Industriestandort bleibt
Der Vorsitzende des Betriebsrates des Kraftwerkes Boxberg Martin Schautschick (40) sagt: "Der Zuschlag für Boxberg ist ein wichtiges Signal für gesamte Region. Er schafft neue Perspektiven für Arbeit, sichert Zukunftschancen."
Die Belegschaft des Kraftwerks hofft, dass Boxberg Energie- und Industriestandort auch in Zukunft bleibt. "Jetzt gilt es, aus dieser Chance konkrete und sichere Arbeitsplätze zu machen", sagt Schautschick.
"Damit wird der Weg frei, Werk III nach den Planungen ab 2030 umzubauen und ab 2031 mit Erdgas Strom zu erzeugen", unterstreicht Boxbergs Bürgermeister Hendryk Balko (39, parteilos). Er ergänzt: "Jungen Menschen gibt das einen weiteren Grund, ihre berufliche Zukunft hier in unserer Heimat zu sehen. Zusammen mit den großen Stromspeichern stehen Investitionen von vielen Hundert Millionen Euro in unseren Standort an. Das schafft Planungssicherheit und neue Chancen – auch für unsere Handwerksbetriebe, Unternehmen und die weitere industrielle Entwicklung."
An diesem großen Tag für seine Gemeinde denkt Bolko auch an die Nachbarn im Revier: "Wir freuen uns auch mit Jänschwalde über die Zuschläge. Jetzt drücken wir Schwarze Pumpe die Daumen, dass der Standort bei der nächsten Ausschreibung ebenfalls zum Zuge kommt!"
Titelfoto: Petra Hornig

