Altlasten aus mehreren Jahrhunderten im Erzgebirge: Neue Anlage soll Gewässer reinigen
Breitenbrunn/Erzgebirge - Wie mit den Folgen des Altbergbaus im Erzgebirge umgehen? Besonders Gewässer haben noch mit Altlasten zu kämpfen. In Breitenbrunn/Erzgebirge ist nun eine Anlage zur Wasserreinigung entstanden.
"Halb- und Schwermetalle wie Cadmium, Zink, Nickel, Kupfer und Arsen beeinträchtigen heute noch viele Flüsse und Bäche in Sachsen. Im Erzgebirge betrifft es etwa ein Drittel der untersuchten Gewässer", so eine Sprecherin des Landesamts für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie.
Die Ursache für diese Belastungen ist teilweise mehrere hundert Jahre alt und reicht zurück bis zum Erz- und Steinkohleabbau vor mehr als 800 Jahren.
Diese Metalle sollen nun schonend und möglichst nachhaltig aus den Gewässern entfernt werden. Dafür ist im Rahmen des Forschungsvorhabens zu "Naturbasierten Lösungen für Gewässerbelastungen aus dem Altbergbau" gemeinsam mit der G.E.O.S. Ingenieurgesellschaft mbH (Auftragnehmer) eine Demonstrationsanlage am St. Christoph Stolln in Breitenbrunn entstanden, die in dieser Woche in Betrieb genommen werden soll.
Der Bergbaustolln St. Christoph in Breitenbrunn am Hang des Zechenhübels geht auf eine Fundgrube aus dem 16. Jahrhundert zurück. Die Anlage wurde 1558 erstmals erwähnt. Bis 1945 wurde in dem Stolln Bergbau betrieben. Hier wurden vor allem Magneteisenerz, Zinnsteine und Sulfide abgebaut.
Eine Besonderheit der Fundgrube ist eine schwarze, eisenhaltige Zinkblende, die nach der Grube "Christoph" genannt wurde.
Titelfoto: Klaus Jedlicka