Annaberg-Buchholz/Leipzig - Jetzt ist es beschlossene Sache: Der Zweckverband Verkehrsverbund Mittelsachsen (ZVMS) machte auf seiner Sitzung am 18. September den Weg frei für eine direkte Zugverbindung zwischen dem Erzgebirge und Leipzig. Der Start ist bis Frühjahr 2027 geplant.
Einzelne Akkuzüge des RE 6 (Leipzig - Chemnitz) sollen die Stadt Annaberg-Buchholz direkt ansteuern - jeweils eine Verbindung am Morgen und am Abend.
Dafür wird ein Zugteil im Chemnitzer Hauptbahnhof abgekoppelt und weiter nach Annaberg-Buchholz gefahren. Über Nacht "schlummert" die Bahn an einer Ladestation in Annaberg-Buchholz Süd, um am Morgen wieder nach Chemnitz zu rollen.
Dort wird der Zug wieder an den RE6 gekoppelt. Für die Fahrgäste geht es weiter nach Leipzig - alles ohne Umsteigen.
"Von dieser Verbindung profitiert das ganze Erzgebirge", sagt VMS-Sprecher Falk Ester (58). Man wolle die modernen Akkuzüge nun auch endlich ins Erzgebirge schicken. Denn aktuell fahren zwischen Annaberg-Buchholz und Chemnitz Dieselzüge. Diese sind mittlerweile in die Jahre gekommen.
Die neue Direktverbindung ins Erzgebirge wird von der Mitteldeutschen Regiobahn (MRB) als Eisenbahnverkehrsunternehmen in Kooperation mit dem lokalen Eisenbahninfrastrukturunternehmen der Erzgebirgsbahn (EGB) bedient.
Weitere Akku-Verbindungen ins Erzgebirge hängt am Streckenausbau Chemnitz - Leipzig
Die zwei neuen täglichen Verbindungen sollen jeweils die Dieselzüge der Erzgebirgsbahn ersetzen, die aktuell auf der Strecke als RB80 unterwegs ist.
Könnten künftig weitere Akku-Verbindungen nach Annaberg-Buchholz dazukommen? "Ja", sagt Ester. Allerdings erst, wenn die Bahnstrecke zwischen Chemnitz und Leipzig komplett ausgebaut ist und die Züge im 30-Minuten-Takt fahren können.
Denn: Aktuell ist ein Großteil der Strecke eingleisig und nicht elektrifiziert. Ein Ausbau ist erst in den 2030er-Jahren vorgesehen.