Neue Direktverbindung geplant: Bald geht's vom Erzgebirge direkt nach Leipzig
Annaberg-Buchholz - Ohne Umsteigen vom Erzgebirge nach Leipzig: Dieser Traum könnte bereits in einigen Monaten wahr werden. Der Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS) plant eine Direktverbindung von Annaberg-Buchholz in die Messestadt.
Dafür sollen einzelne Akkuzüge des RE 6 (Leipzig - Chemnitz) weiter nach Annaberg rollen. Geplant ist, dass ein Zugteil in den Abendstunden im Chemnitzer Hauptbahnhof abgekoppelt wird und nach Annaberg-Buchholz weiterfährt.
"Die Fahrgäste können einfach im Zug sitzen bleiben", erklärt VMS-Sprecher Falk Ester (58). Über Nacht wird der Batteriezug in Annaberg geladen. In den Morgenstunden geht's dann nach Chemnitz. Der Zugteil wird an den RE 6 gekoppelt und fährt weiter nach Leipzig.
Damit bekommt das Erzgebirge eine Direktverbindung nach Leipzig. Der Start ist für Frühjahr 2027 geplant.
Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Betrieb der Akkuzüge auf der Linie zwischen Chemnitz und Leipzig reibungslos verläuft.
Denn: Die neuen Batteriebahnen sind erst seit Kurzem auf der Strecke unterwegs, müssen sich nun auch im Winter beweisen.
VMS-Sprecher Ester: "Von dieser Verbindung profitiert das ganze Erzgebirge"
Doch weshalb schickt der VMS überhaupt einen Akkuzug ins Erzgebirge? In erster Linie geht es darum, das Erzgebirge direkt mit Leipzig zu verbinden, sagt der VMS. "Davon profitiert das ganze Erzgebirge", betont Ester.
Andererseits wolle man auch endlich Akkuzüge ins Erzgebirge rollen lassen. Denn aktuell fahren auf der Strecke Dieselzüge, die mittlerweile etwas in die Jahre gekommen sind.
Die Fahrt von Annaberg-Buchholz nach Leipzig soll etwa zwei Stunden dauern. Welches Unternehmen die Verbindung anbietet, ist noch offen.
Aktuell laufen die Gespräche zwischen der Mitteldeutschen Regiobahn (MRB), die die Strecke zwischen Chemnitz und Leipzig fährt, und der Erzgebirgsbahn. Letztere ist als RB 80 zwischen Annaberg-Buchholz und Chemnitz unterwegs.
Titelfoto: Bildmontage: Uwe Meinhold (2), Kristin Schmidt
