"Enorme Schläge unter dem Fahrzeug": Teenager legen Steine auf Gleise, Zug fährt drüber
Zschopau - Diese Aktion hätte gefährlich enden können! Zwei Teenager (13, 14) legten am Samstagmittag Steine auf eine Zugstrecke im Erzgebirge. Eine Bahn fuhr darüber - es schepperte gewaltig. Die Strecke musste gesperrt werden.
Kurz nach 13 Uhr hörte der Lokführer der Erzgebirgsbahn an einem Fußgängerübergang laut Bundespolizei "enorme Schläge unter dem Fahrzeug".
Die Zugbegleiterin beobachtete daraufhin zwei Kinder und alarmierte die Bundespolizei.
"Wenig später wurde bekannt, dass auch ein Gegenzug im selben Bereich aufgelegte Steine erkannte. Dieser Zug kam jedoch noch rechtzeitig zum Stehen und das Zugpersonal entfernte die Steine und setzte dann die Fahrt fort", so ein Sprecher der Bundespolizei.
Die Beamten eilten nach Zschopau. In einem angrenzenden Wohngebiet konnten sie die beiden Jugendlichen schnappen, die mutmaßlich die Steine auf die Schienen gelegt hatten.
"Die Erziehungsberechtigten der beiden wurden informiert, welche sie wenig später vor Ort abholten", heißt es.
Gleichzeitig wurden die Teenager und die Eltern über die Gefahren aufgeklärt.
Aufgrund der Spurensicherung musste die Strecke zwischen Chemnitz und Annaberg-Buchholz kurzzeitig gesperrt werden. "Zu Verspätungen kam es nach vorliegenden Erkenntnissen nicht", so die Bundespolizei.
Zu einem möglichen Sachschaden liegen derzeit noch keine Informationen vor. Immerhin: Verletzt wurde niemand.
Bundespolizei warnt: Steine können zu gefährlichen Geschossen werden
Immer wieder sorgen derartige Vorfälle für Ärger. Erst Ende September fand die Bundespolizei bei Frankenberg (Landkreis Mittelsachsen) gleich 82 Schottersteine, die auf die Gleise gelegt wurden.
Aus diesem Grund warnt die Bundespolizei noch einmal ausdrücklich: "Steine oder andere Gegenstände auf Bahngleisen sind lebensgefährlich und stellen einen schweren Eingriff in den Bahnverkehr dar."
Überfahrene Steine können zu einem gefährlichen Geschoss werden - Personen am Gleisrand könnten dadurch getroffen werden, heißt es.
Titelfoto: Uwe Meinhold
