Helikopter mit Hightech: Forscher suchen aus der Luft nach Erzen

Von Andreas Hummel

Eibenstock - Um Rohstoffe zu suchen, bohren Geologen normalerweise tief in die Erde. Im Erzgebirge gehen Forscher mit demselben Ziel nun in die Luft. Dafür ist dort derzeit ein Helikopter der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe im Einsatz. An ihm hängt ein zeppelinförmiger Apparat mit Hightech-Sensoren. Mithilfe elektrischer Magnetfelder erkunden die Experten so den Boden nach Erzen.

Mitarbeiter bereiten die Mess-Sonde für den Flug vor.  © Bodo Schackow/dpa

Die Forscher können mit dem Verfahren bis zu einem Kilometer tief in die Erde blicken und detaillierte 3D-Modelle des Untergrunds erstellen. Dafür werden am Boden Kabel ausgelegt, die Strom in die Erde leiten. Die dabei entstehenden Magnetfelder werden von der Sonde am Hubschrauber gemessen. Aus den Daten lassen sich Rückschlüsse auf Erzkörper in der Tiefe ziehen.

Die mehr als 300 Kilogramm schwere Sonde wurde von der Firma Supracon in Jena entwickelt. Im Inneren befinden sich sogenannte SQUID-Sensoren, die selbst kleinste Veränderungen von Magnetfeldern messen können. Dafür müssen sie mit flüssigem Helium auf extrem niedrige Temperaturen gekühlt werden.

Der Vorteil: Bohrungen lassen sich gezielter planen. Ganz ohne sie wird es zwar auch künftig nicht gehen, etwa um den genauen Erzgehalt einer Lagerstätte zu bestimmen, betont Professor Thomas Günther von der Bergakademie Freiberg.

Erzgebirge In dieser Gemeinde im Erzgebirge wurde die Zeit zurückgedreht

"Mit unseren gewonnenen Daten wird man aber zielgenauer bohren können." Je nach Tiefe kostet eine einzelne Bohrung eine halbe bis eine Million Euro. Das neue Verfahren könnte helfen, ihre Zahl zu verringern.

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Derzeit ist ein Hubschrauber der Bundesanstalt für Geowissenschaften in Sachsen im Einsatz.  © Bodo Schackow/dpa
Der Hubschrauber fliegt mit der Mess-Sonde über das West-Erzgebirge.  © Bodo Schackow/dpa

37 Millionen Tonnen Erz am Gottesberg

Der Helikopter untersucht derzeit ein knapp 30 Quadratkilometer großes Gebiet am Gottesberg. Nach einer aktuellen Schätzung liegen dort rund 37 Millionen Tonnen Erz mit etwa 90.900 Tonnen Zinn, die wirtschaftlich abgebaut werden könnten.

Nach dem Gottesberg soll das Verfahren an weiteren Standorten im Erzgebirge zum Einsatz kommen, darunter Tellerhäuser und Schmiedeberg.

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