Grünhainichen - Jeder kennt sie: die kleinen Engel mit den elf weißen Pünktchen aus der weltberühmten Manufaktur Wendt & Kühn in Grünhainichen (Erzgebirge). Doch wie viel Übung steckt dahinter und was passiert, wenn man sich vermalt?
Schaumalerin Dana Schubert (43) gab am Wochenende bei den Tagen des traditionellen Handwerks Einblicke in ihre Arbeit. Täglich zeigt sie Besuchern ihre Malkunst.
Ab Oktober nimmt die Auslastung mit Blick auf Weihnachten deutlich zu. In der Produktion merke man das an den wachsenden Aufträgen, in der Schaumalerei am Kundenandrang, erzählt Dana Schubert.
Die gelernte Bauzeichnerin begann vor zehn Jahren in der Produktion und wechselte vor vier Jahren in die Schaumalerei. Dort bemalt sie vor allem die Figurenkörper.
Mit hauchdünnen Echthaar-Pinseln gestaltet sie Hals, Arme, Beine, Sockel und zuletzt den Kopf. Für jedes Teil nutzt sie einen eigenen Pinsel. Nach zwei bis drei Tagen Trocknungszeit folgt das dazugehörige Instrument.
Mindestens zwei Jahre Übung sind nötig
Pro Woche entstehen so etwa 200 bis 400 bemalte Engel. Bis man den Dreh raushat, können zwei Jahre vergehen.
"Am Anfang bemalt man Blumen oder Dekoteile. Danach bemalt man Engel zur Probe und fängt an, sich eine Routine aufzubauen", sagt Dana Schubert. Heute gehe ihr die Arbeit fast automatisch von der Hand. Fehler können trotzdem passieren.
"Besser ist es, wenn man seinen Fehler gleich bemerkt. Dann kann man immer noch einen Spiritus-Entferner benutzen." Später kann die Farbe schon getrocknet sein. Dabei muss man aufpassen, dass sich die darunterliegende Schicht nicht ablöst. Bei größeren Fehlern geht die Figur zurück in die Taucherei und wird neu bemalt.
Übrigens: Besonders anspruchsvoll ist der Engel mit zwei Kesselpauken. Dafür braucht es besonders Ausdauer, Geduld und, wie bei allen Engeln, vor allem "Liebe und Leidenschaft".