Vom Schanzentisch an den Gästetisch: Jens Weißflog feiert 30 Jahre als Hotelier

Oberwiesenthal - Vor dreißig Jahren beendete Skisprung-Legende Jens Weißflog (63) im Sommer seine Karriere - und startete im Herbst mit der Eröffnung seines eigenen Hotels eine neue.

1996 stand Jens Weißflog mit den Bauplänen vor seinem künftigen Hotel.  © Jens Weißflog

Eine Trainerlaufbahn ließ Jens Weißflog zugunsten eines Neustarts als Hotelier sausen.

"Ich hatte Lust, mal etwas zu machen, was nichts mit Skispringen zu tun hat", sagt der einstige Spitzensportler. Das ehemalige Stasi-Ferienheim "Kurt Schädlich" am Fuß des Fichtelbergs (Erzgebirgskreis) hatte der Oberwiesenthaler bereits im März 1995 gekauft. "Die Entscheidung, es selbst zu führen, kam dann erst mit dem Karriereende."

Was in der Gastwirtschaft wichtig ist, eignete sich der gelernte Elektroinstallateur im täglichen Geschäft an und nutzte seine Popularität für ein Marketingkonzept für Fans: Die 30 Zimmer sind nach berühmten Wettkampfstätten benannt, eine hoteleigene Ausstellung zeigt Pokale und Meilensteine seiner beispiellosen Karriere.

Erzgebirge Bürgermeister per Anwalt zum Schweigen gebracht: Was läuft da zwischen Investor und O'thal?

Für Gäste, die mit der Sport-Legende plauschen wollen, gibt es regelmäßig "Kaffeeklatsch mit Jens". Mit aktiven Urlaubern wandert die Sport-Legende rund um den Fichtelberg.

Anzeige
1994 triumphierte Jens Weißflog bei seinem zweiten Olympiasieg.  © Archiv
Gemeinsam mit seiner Frau Doreen (49) führt Jens Weißflog sein Hotel in Oberwiesenthal.  © Uwe Meinhold

Jubiläums-Feier mit Floh-Olympiade

Mit vielen Helfern wurde am Mittwoch vor dem Hotel das Festzelt fürs Jubiläum aufgebaut.  © Uwe Meinhold

Nur eines hat Jens Weißflog in 30 Jahren als Gastwirt nicht gelernt: "Ich kann bis heute nicht kochen." Dafür ist für den Chef von knapp 30 Mitarbeitern selbstverständlich: "Wenn zwei Hände gebraucht werden, packe ich mit an oder bringe auch mal einem Gast das Essen an den Tisch."

Nach drei Jahrzehnten macht sich Jens Weißflog Gedanken, wer das Hotel nach ihm führen wird. Zwar scherzt er: "Ich sterb' mal hier drin", doch "mit 65 will ich einen Plan für die Nachfolge haben."

Bis dahin strebt der Oberwiesenthaler wie einst im Training nach Optimierung. "Meine Frau sagt immer, ich habe 'Baudemenz', weil ich vergesse, wie anstrengend das jeweils letzte Projekt war."

Erzgebirge Neue Pläne für Skigebiet am Fichtelberg: Investor will O'thal wieder zum Miteigentümer machen

Zunächst wird das Hoteljubiläum gebührend gefeiert: Am Samstag von 11 bis 17 Uhr gibt's am Hotel eine Floh-Olympiade mit Skistiefel-Weitwurf, Spießbraten, Fassbier und Livemusik.

Mehr zum Thema Erzgebirge: