EU-Verordnung bedroht Handwerkskunst: "Das ist Bürokratiewahnsinn!"
Dresden - Die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) droht die erzgebirgischen Schnitzereien kaputt zu machen, warnt der Sächsische Handwerkstag. Und wehrt sich dagegen.
Verpackungsmüll ist Umweltverschmutzung. Da sind sich die Akteure weitgehend einig. Um dem zunehmenden Aufkommen - nicht zuletzt ausgelöst durch den Bestell-Hype der vergangenen Jahre über Amazon & Co. - Einhalt zu gebieten, hat die EU 2025 eine neue Verpackungsverordnung erlassen.
Aber: Vor allem bei Handwerksbetrieben, die kleine Mengen oder saisonale Produkte ins Ausland versenden, stehen Aufwand und Kosten in keinem wirtschaftlichen Verhältnis mehr, teilte jetzt der Sächsische Handwerkstag mit.
Betroffen sind in erster Linie kleine Betriebe - Holzspielzeugmacher, Tischler, Bäcker, Juweliere. Sie werden verpflichtet, für jedes EU-Land eigene Registrierungen und Regeln zu beachten sowie Bevollmächtigte zu finden und zu bezahlen, so der Handwerkstag.
"Das ist Bürokratiewahnsinn", findet Handwerkspräsident Uwe Nostitz (64). Zudem fehle bisher eine Durchführungsverordnung, was die Handwerkerschaft verunsichere.
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"Die Staatsregierung und die Bundesregierung sind aufgefordert, sich in Brüssel für Veränderungen starkzumachen", so Nostitz. Er fordert, die Verordnung umgehend auszusetzen.
Titelfoto: Bildmontage: imago stock&people, Sebastian Kahnert/dpa
