Radebeul/Rathen - Mit einem runden Paket starten die Landesbühnen Sachsen ins neue Jahr. Das Programm für die Felsenbühne Rathen steht, an diesem Wochenende stand mit "Terror" die erste Premiere im Stammhaus an. Außerdem gibt's eine neue Personalie.
Programm Felsenbühne Rathen
Mit einem hochkarätigen Spielplan feiern die Landesbühnen Sachsen das 90-jährige Jubiläum der von ihnen bespielten Felsenbühne in Rathen. Zwei Premieren, sechs Repertoire-Stücke und mehrere Gastspiele stehen an.
Start ist am 16. Mai mit "Pippi Langstrumpf", inszeniert von Oberspielleiter Jan Meyer. Astrid Lindgrens anarchisches Mädchen wird von der neu engagierten Vega Fenske gespielt. "Wir bringen die Geschichte in einer neuen, anderen Fassung"; sagt Landesbühnen-Intendant Manuel Schöbel (65), der auf viele junge Leute im Publikum hofft.
Makaber wird es dann ab 30. Mai mit der Premiere des Musicals "Der kleine Horrorladen" nach dem Film von Roger Corman. Darin entfaltet sich zwischen Horror, Liebe und Rockmusik ein opulentes Spektakel, in dem Franziska Abram (35) und Oliver Natterer (24) in den Hauptrollen agieren.
Eine spartenübergreifende Produktion mit dem Musiktheater- und Schauspiel-Ensemble in der Regie von Manuel Schöbel. Eine Band unter der musikalischen Leitung von Hans-Peter Preu und eine große Besetzung mit Sängerinnen und Tänzerinnen sorgen für Schmiss. Schöbel: "Wir erzählen mit der kannibalischen Pflanze davon, woher das Böse in der Welt kommt." Mit Musik und Witz.
90 Jahren Felsenbühne - da darf auch der "Freischütz" nicht fehlen, gerade zu Carl Maria von Webers 200. Todestag. Man werde deshalb auch Webers unbekannte Oper "Silvana" ins Repertoire nehmen (7. Juni), als offizieller Beitrag für die Musikfestspiele Dresden.
Holzapfel übernimmt Opernsparte
Zu Beginn des Jahres geben die Landesbühnen auch ihren neuen Operndirektor bekannt: Rainer Holzapfel übernimmt ab August 2026 die Leitung des Musiktheaters.
Er folgt auf Kai Anne Schuhmacher, die die Sparte seit 2022 leitete. Holzapfel ist vor allem Vielfalt wichtig: "Operetten, Opernklassiker und Musicals - Heutiges und Wiederentdecktes, nah am Publikum."
"Terror" in Radebeul
Zuvor gab's auf der Hauptbühne in Radebeul die erste Premiere des Jahres. Mehr als zehn Jahre hat das Stück "Terror" von Ferdinand von Schirach auf dem Buckel. Sofort nach seiner Uraufführung war das Gerichtsdrama zu einem der meistgespielten Theaterstücke der Gegenwart im deutschsprachigen Raum avanciert.
Schafft es das Stück auch 2026 noch, an den Landesbühnen das Publikum zu begeistern?
Klare Antwort: Ja! Von der ersten bis zur letzten Sekunde verfolgten die Menschen am Samstag gespannt die Premiere von "Terror" in Radebeul. Als Kollektiv von Laienrichtern fällten sie am Ende ihr Urteil über den Fall des Kampfpiloten Lars Koch. Der war des vielfachen Mordes angeklagt, weil er eigenmächtig entschieden hatte, ein voll besetztes, entführtes Passagierflugzeug abzuschießen, um Zehntausende Menschen zu retten.
Die Aufführung zeigte trefflich, wie Theater zur Diskussion anregen kann. Auf der Bühne wurden existentielle Fragen verhandelt. Keiner im Saal konnte sich dem entziehen. Applaus für alle Akteure!