Feuchtes Wetter sorgt für volle Pilzkörbe und mehr Gift-Notrufe
Dresden - Feuchtes Wetter sorgt zum Ende des Sommers für volle Pilzkörbe. Das bekommt auch der Giftnotruf zu spüren, dessen Experten bereits Hochkonjunktur hatten.
Alles in Kürze
- Feuchtes Wetter bringt volle Pilzkörbe.
- Gift-Notrufe wegen Pilzvergiftungen steigen.
- 62 Anrufe im August bei Verdacht auf Pilzvergiftung.
- Häufige Verwechslungen zwischen Perlpilz und Pantherpilz.
- Knollenblätterpilze können tödlich verlaufende Vergiftungen auslösen.

Die Zahl der Anfragen zu Pilzvergiftungen ist in diesem Sommer deutlich gestiegen. Das geht aus aktuellen Zahlen des Gemeinsamen Giftinformationszentrums der Länder Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen hervor.
Demnach musste das Experten-Team an der Hotline allein im August bei 62 Anrufen helfend eingreifen, weil der Verdacht auf eine Pilzvergiftung bestand. Die meisten Anfragen kamen aus Sachsen.
Insgesamt wählten in diesem Jahr bereits 151 Pilzsammler den Notruf. Bei den Beratungen standen vor allem giftige Doppelgänger wie Heudüngerling, Rißpilze, Pantherpilz, Karbolegerling und Knollenblätterpilze im Vordergrund.
Einige Arten wie der Heudüngerling, der häufig auf Wiesen wächst und öfter von Kleinkindern probiert wird, verursachen nur leichte Magen-Darm-Beschwerden.



Besonders häufige Verwechslungen zwischen Perlpilz und Pantherpilz

Hingegen können Knollenblätterpilze - die den Giftstoff Amanitin enthalten - heftiges Erbrechen, Durchfall und tödlich verlaufende Vergiftungen auslösen.
Besonders häufig kommt es den Experten zufolge zu Verwechslungen zwischen essbaren und giftigen Arten - etwa zwischen Perlpilz und Pantherpilz oder zwischen Champignons und dem Karbolegerling.
Die Hauptsaison für Steinpilz, Marone und Co. geht normalerweise von September bis in den November.
In diesem Jahr sorgte der viele Regen jedoch für einen weit früheren Beginn der Pilzsaison.
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