Flutung ostdeutscher Tagebauen könnte länger dauern und teurer werden

Von Sebastian Münster

Leipzig/Freiberg/Zeitz - Die Flutung der noch aktiven Braunkohletagebaue Vereinigtes Schleenhain in Sachsen und Profen in Sachsen-Anhalt könnte länger dauern als bislang angenommen.

Die niedrigen Pegelstände der Flüsse und die sinkenden Grundwasserstände könnten die Pläne verzögern.  © Jan Woitas/dpa

Niedrige Pegelstände in den Flüssen und sinkende Grundwasserstände könnten Auswirkungen auf die bisherigen Pläne haben, sagte Patrick Halka, Leiter der Regionalen Planungsstelle Leipzig, der Deutschen Presse-Agentur.

In Facharbeitsgruppen werde derzeit unter anderem untersucht, welche Wassermengen für die Flutung künftig zur Verfügung stehen und welche ökologischen Mindestabflüsse in den Flüssen eingehalten werden müssen. Ob sich daraus aber konkrete Folgen für die geplanten Seen ergäben, sei derzeit nicht abschätzbar. 

Aus Sicht des Bergbausanierungsexperten Martin Kreßner von der TU Bergakademie Freiberg könnte ein geringeres Wasserangebot zu längeren Sanierungszeiträumen, steigendem technischen Aufwand und höheren Kosten führen.

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Unternehmen müssten sich auf "verlängerte Projektzeiten bis zum Abschluss der Rekultivierungsarbeiten" einstellen, sagte Kreßner der dpa. Man verabschiede sich heute in der Planung zunehmend von der Idee, die Flutung der Tagebaurestlöcher mit Wasser aus Flüssen zu beschleunigen, so der Experte. 

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Die Flutungen könnten kostentechnische Belastungen verursachen

Aus dem früheren Tagebau Profen sollen zwei Seen werden.  © Jan Woitas/dpa

Steigt der Wasserspiegel langsamer als bislang geplant, könnten deshalb zunehmende technische Maßnahmen zur Stabilisierung der Böschungen nötig werden. "Das wird uns auf jeden Fall kostentechnisch belasten", so Kreßner.

Eine grundsätzliche Alternative zur Flutung sieht er nicht: Nach dem Ende der künstlichen Entwässerung der Abbaufelder werde das Grundwasser automatisch wieder ansteigen. Es gebe daher "faktisch keine Alternative zur Ausbildung eines Restsees". 

Der für die Tagebaue verantwortliche Bergbaukonzern Mibrag sieht die grundsätzliche Planung nicht infrage gestellt. Für die Prognose der Flutungsdauer würden mehrjährige Niederschlagsreihen verwendet, teilte Sprecher Sebastian Exner mit. Einzelne niederschlagsarme Jahre seien darin berücksichtigt.

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Ein Teil der geplanten Tagebaurestseen werde bereits jetzt geflutet und parallel zum aktiven Betrieb entstehen. Dafür könne das Wasser genutzt werden, das zur Freihaltung der Lagerstätte ohnehin abgepumpt werden müsse. Für das jeweils letzte Restloch müsse dann Wasser von außen zugeführt werden - in der Regel aus umliegenden Fließgewässern, sagte Exner.

Zu den künftig geplanten Seen gehört etwa der Pereser See. Nach bisher öffentlich vorgestellten Planungen soll er mit einer Fläche von rund zwölf Quadratkilometern, einem Wasservolumen von etwa 430 Millionen Kubikmetern und bis zu 80 Metern Tiefe das größte Gewässer im Leipziger Neuseenland werden. Die Flutung soll nach Angaben der Mibrag ab etwa 2039 beginnen.

In Sachsen-Anhalt sollen auf dem Gebiet des Tagebaus Profen der Schwerzauer See und der Domsener See entstehen. 

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