Acht Wochen nach seinem Hotel-Ausraster: Erstes Lebenszeichen von sächsischem Randale-Bürgermeister

Freiberg - Der Anfang August suspendierte und untergetauchte Freiberger Oberbürgermeister Philipp Preißler (41, parteilos) hat sein Schweigen gebrochen.

Ein vorläufiges Dienstverbot untersagt es Philipp Preißler (41, parteilos), derzeit als Freiberger Oberbürgermeister tätig zu sein. Die Rechtsaufsicht beim Landratsamt hat zudem ein Disziplinarverfahren gegen ihn eröffnet.  © Archiv

Er mischte sich am Mittwoch mit einem Instagram-Post in eine Debatte ein, die am Donnerstag den Freiberger Stadtrat beschäftigt. Ein Abwahlantrag gegen Steve Ittershagen (49, CDU) als ehrenamtlicher OB-Vertreter liegt dem Stadtparlament vor.

Philipp Preißler wählte für seinen Post zwei Fotos aus Portugals Hauptstadt Lissabon. Ein Selfie zeigt ihn cool und lässig gekleidet über den Dächern des historischen Viertels Alfama.

Ein Fingerzeig auf seinen Aufenthaltsort? Der Politiker, der seit seiner Randale in einem Leipziger Hotel sein Amt nicht mehr ausüben darf, nimmt direkt Bezug auf ein Interview, das Ittershagen gegeben hatte.

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In der Silberstadt wird heftig spekuliert, ob eben Ittershagen eine treibende Kraft im Hintergrund war bei der Anfechtung der Wahl von Preißler. Das Verfahren hatte damals dazu geführt, dass der gewählte OB acht Monate lang das Bürgermeisteramt nicht antreten konnte.

In besagtem Interview und auch gegenüber TAG24 erklärte der Christdemokrat, dass er kein "Hintermann der Klage" war.

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Die Causa Preißler ist in Freiberg Stadtgespräch.  © Uwe Meinhold

Preißler fordert Offenheit und Ehrlichkeit

Steve Ittershagen (49, CDU) wurde 2024 vom Stadtrat einstimmig zum ehrenamtlichen Verhinderungsvertreter des Freiberger OB gewählt.  © Uwe Meinhold

Ittershagen, der als Kandidat auch zur OB-Wahl angetreten und unterlegen war, räumt ein, dass er Material zur Wahlanfechtung gesammelt und weitergeleitet hat. Er betont in diesem Zusammenhang: "Es ist ein demokratisches Recht. Es ist rechtlich legitim. Es ist keine Straftat und auch nichts Anrüchiges, eine demokratische Entscheidung gerichtlich überprüfen zu lassen."

Philipp Preißler stellt in seinem Post dieses Recht nicht infrage. Er fordert aber Offenheit und Ehrlichkeit.

"Welche Rolle spielte ein gewählter Stadtrat und stellvertretender Oberbürgermeister im Zusammenhang mit den weitergeleiteten Unterlagen tatsächlich – und in welchem Umfang wurden die entsprechenden Vorgänge gegenüber dem Stadtrat und der Öffentlichkeit transparent gemacht?", so Preißler.

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