Leipzig - Der Leipziger Nordraum gehört zu den dynamischsten Wirtschaftsstandorten Deutschlands. Die Autobahn GmbH prüft derzeit eine zukunftsfähige Verkehrsführung für den Bereich. Massive Kritik kommt von den Städten Leipzig und Schkeuditz, aus der Wirtschaft - und jetzt auch aus der Politik.
Porsche und BMW produzieren im Leipziger Norden. Dort liegen auch die Neue Leipziger Messe und der Flughafen mit dem DHL-Hub. Mitten hindurch führt die A14. Rund 100 Unternehmen und etwa 20.000 Beschäftigte hängen an dem engmaschigen Wirtschaftsstandort. Und der Raum wird Prognosen zufolge weiter wachsen.
Auch deshalb plant die Autobahn GmbH des Bundes eine verkehrliche Umstrukturierung. Die Vorzugsvariante: Die A 14-Anschlussstellen Schkeuditz und Leipzig-Nord fallen weg, die AS Leipzig-Nord wird weiter nach Westen, in den Bereich des Porsche-Standorts, verlegt.
Für Leipzig eine Katastrophe, findet Wirtschaftsbürgermeister Clemens Schülke (50, CDU): "Reduziert die Autobahn GmbH die Anbindung auf nur eine Anschlussstelle, schafft sie sehenden Auges ein Nadelöhr." Ein querstehender Lkw reiche, um die Unternehmen rund um Porsche und DHL von der A14 abzuschneiden, so Schülke.
Für den Schkeuditzer Oberbürgermeister Rayk Bergner (54, CDU) ein "Irrsinn". Eine Zusammenlegung in Form eines Neubaus hätte für die Autobahn GmbH dagegen "den Vorteil, dass dieser abseits des fließenden Verkehrs in kürzerer Zeit umgesetzt werden könnte", so eine Sprecherin auf TAG24-Anfrage.
Entwicklung des Leipziger Nordraums soll vorangetrieben werden
Das zählt für den Landkreis Nordsachsen, Wirtschaftskammern und Unternehmen nicht. Und auch der verkehrspolitische Sprecher der BSW-Fraktion im Landtag, Eric Recke (39), fordert die Landesregierung auf, sich für den Ausbau der AS Schkeuditz einzusetzen.
"Wir setzen uns weiter für die Entwicklung des Leipziger Nordraumes ein - auch gegenüber dem Bund", so das Infrastrukturministerium auf Anfrage. Denn dieser treffe letztendlich die Entscheidung über die weiter zu planende Vorzugsvariante.