Von Sebastian Münster, Caroline Kosel
Heidenau - Im sächsichen Heidenau nahe Dresden sollen keine Stolpersteine zur Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus mehr verlegt werden. Ein Antrag von Stadträten von AfD und CDU wurde am Abend mehrheitlich beschlossen, wie die Stadtverwaltung der Nachrichtenagentur dpa mitteilte. Es habe 13 Ja-Stimmen, 6 Nein-Stimmen und eine Enthaltung gegeben.
In einem fraktionsübergreifenden Beschlussantrag gemeinsam mit dem "Bündnis Oberelbe für mehr Demokratie" forderten Vertreter der beiden Parteien, Stolpersteine "im öffentlichen Straßen- und Gehwegbereich" künftig abzulehnen.
Zuvor hatten "Bild" und die Sächsische Zeitung berichtet.
Viele Bürger, Angehörige und Initiativen empfänden diese Form der Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus als nicht angemessen, hieß es in dem Antrag.
Stattdessen solle das Gedenken vorzugsweise auf dem Nordfriedhof der Stadt stattfinden, so "dass ein direktes Betreten der Gedenkelemente ausgeschlossen ist".
Verwaltung sprach sich gegen den Antrag aus
Die Verwaltung hatte empfohlen, die Vorlage abzulehnen. "Gerade die Präsenz im öffentlichen Raum ermöglicht eine breite Wahrnehmung und die unmittelbare Auseinandersetzung mit der Geschichte", schrieb sie in einer Bewertung des Antrags
Die Erinnerungsform der Stolpersteine gibt es seit den 90er-Jahren.
Die in der Regel spendenfinanzierten Pflastersteine mit den Namen der Opfer des Nationalsozialismus werden am letzten bekannten Wohn- oder Wirkungsort der Opfer verlegt.
Erstmeldung: 10.04 Uhr, zuletzt aktualisiert: 21.37 Uhr