Dresden - Ist unsere Nahrung sicher? Die Lebensmittelüberwachung hat in den vergangenen zwei Jahren Zehntausende Proben analysiert. Das Trendprodukt "Slush-Eis" und Babynahrung standen dabei im Fokus. Einige Betriebe mussten zeitweise geschlossen werden.
Dennoch bescheinigte Verbraucherschutzministerin Petra Köpping (68, SPD) den in Sachsen erhältlichen Lebensmitteln ein sehr gutes Niveau, kritisiert jedoch: "Wie in den vergangenen Jahren auch wurde 2024 und 2025 circa jede sechste Lebensmittelprobe beanstandet."
Aufsehen erregte im Rahmen des Europäischen Schnellwarnsystems (RASFF) eine Warnung vor Babynahrung - wegen Cereulid, ein Giftstoff, der innerhalb kurzer Zeit zu Übelkeit und Erbrechen führen kann, erklärte Rüdiger Helling, Referatsleiter für Lebensmittelsicherheit.
Die Ermittlungen, an denen auch sächsische Behörden beteiligt waren, ergaben Verunreinigungen bei dem Zusatzstoff Arachidonsäure-Öl aus China. Die entsprechenden Produkte wurden aus dem Verkehr gezogen.
Helling wies auch auf die Möglichkeit von Beschwerden nach dem Verzehr von Slush-Eis hin. Statt Zucker werde einigen Produkten Glycerin zugesetzt, das bei jüngeren Kindern auch bei geringem Verzehr unter 200 Milliliter zu Kopfschmerzen, sogar Bewusstlosigkeit führen kann. Sechs der 19 untersuchten Proben wurden als "nicht sicher" beurteilt.
In Sachsen sind rund 64.000 Lebensmittelbetriebe registriert
Insgesamt wurden knapp über 20.000 Proben analysiert. 17.080 oder 84 Prozent waren unbedenklich. Bei den restlichen 3188 Proben wurden bei lediglich 18 Prozent Verunreinigungen festgestellt. Bei fast 40.000 Betriebskontrollen waren bei gut der Hälfte keine Verstöße, bei knapp der Hälfte nur Abweichungen, bei 4 Prozent Verstöße feststellbar.
17 kleinere Betriebe mussten für wenige Tage zeitweise geschlossen werden. In Sachsen sind rund 64.000 Lebensmittelbetriebe registriert.