Görlitz - Die Auffangstation im Naturschutz-Tierpark Görlitz warnt vor Aktionismus bei Igeln kurz vor dem Winterschlaf. Die derzeit besonders rege Aktivität der Tiere führe in der Wildtierauffangstation zu zahlreichen Anrufen besorgter Tierfreunde, so Tierpark-Kuratorin Catrin Hammer (59). Doch in den meisten Fällen besteht kein Grund zur Sorge.
"Selbst junge Igel im Alter von drei bis vier Wochen sind schon recht selbstständig und verlassen tagsüber für kurze Zeit das Nest", so Hammer.
"Sie finden allein zurück und benötigen keine Hilfe." Eine Entnahme gesunder Tiere aus der Natur sollte vermieden werden. Sie bedeutet für die Tiere großen Stress und ist zudem gesetzlich verboten, da Igel zu den geschützten Arten zählen.
Anders verhält es sich bei tatsächlich unterernährten Tieren oder solchen, die durch Mähroboter, Autos oder Hunde verletzt wurden. Igel, die mindestens 500 Gramm auf die Waage bringen, gelten als ausreichend versorgt.
"Wir haben in den letzten vier Wochen 26 Igel aufgenommen", so Hammer. Die meisten konnten wieder ausgewildert, einige mussten aufgrund schwerster Verletzungen eingeschläfert werden.
Wer Igel unterstützen möchte, kann dies direkt im eigenen Garten tun. Geeignet sind beispielsweise große, wettergeschützte Laub- oder Reisighaufen sowie spezielle, gut isolierte Holzkisten.
Auch der Verzicht auf Insektizide hilft den Tieren, da dadurch ihre natürlichen Nahrungsquellen erhalten bleiben. Wer zufüttern möchte, dem rät Catrin Hammer getrocknete Insekten aus dem Fachhandel, Katzenfutter oder gekochtes Ei, sowie eine flache Schale mit sauberem Wasser.