Grässlicher Vorfall in sächsischer Kleinstadt: Hat der Wolf hier Kater Leo im Maul?

Lauta - Der dreijährige Kater Leo streunte nie länger als zwei Tage herum, bis er immer wieder ins Familienhaus an der Friedensstraße in Lauta (bei Hoyerswerda) kam. Doch nun herrscht wohl Gewissheit: Der Familienliebling wird nicht mehr heimkehren, wurde mit hoher Wahrscheinlichkeit vom Wolf gerissen.

Kater Leo wurde nur drei Jahre alt und mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem Wolf gerissen.  © privat

"Wir standen am Donnerstag gegen 21 Uhr auf unserer Terrasse, haben ihn gerufen. Dann hörten wir keine 500 Meter von unserem Haus einen Schrei", berichtet Katzen-Mama Stephanie Wolff (39) noch immer aufgewühlt. Es sollte der letzte Schrei ihres Haustiers sein.

Nachdem die Suche bei Nachbarn und Freunden ohne Erfolg geblieben war, veröffentlichte sie einen Suchaufruf bei Facebook.

Daraufhin sendete ihr eine Mitarbeiterin der Deutschen Bahn ein Foto, dass sie von ihrem Arbeitsplatz am Bahnübergang in der nahen Karl-Liebknecht-Straße gemacht hatte.

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Der Schnappschuss entstand am Donnerstag gegen 21 Uhr und zeigt einen Wolf, der stadteinwärts die Schienen quert.

Im Maul trägt das Raubtier seine Beute. "Es kommt mir vor wie ein aufgeklärter Mord. Das ist hundertprozentig Leo." Denn keine Katze in Lauta habe so helles Fell. Der Verlust wiegt schwer, war der Kater doch festes Familienmitglied und ein Geschenk für die jüngere Tochter.

Mit ihrem Schritt an die Öffentlichkeit möchte Stephanie Wolff die Mitbürger warnen: "Ich bin nicht gegen den Wolf. Aber wie sollen wir uns verhalten, wenn wir mit Hunden im Wald Gassi gehen oder Haustiere haben, die im Garten sind." Die Verunsicherung ist groß.

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Der Wolf, mutmaßlich mit Kater Leo im Maul, überquert den Bahnübergang an der Karl-Liebknecht-Straße in Lauta.  © privat
Dieses Bahnhäuschen ist rund um die Uhr besetzt. Aus dem Fenster fotografierte eine Angestellte den Wolf samt Beute.  © Norbert Neumann

Das Umwelt-Landesamt zählte vier mögliche Wolfsrisse bei Katzen im vergangenen Jahr

Katzen-Mama Stephanie Wolff (39) ist nicht gegen den Wolf, aber nun sehr verunsichert.  © Norbert Neumann

Über 100 Jahre lang galt der Wolf in Deutschland als ausgerottet. Allein im vergangenen Jahr wurden dem Umwelt-Landesamt vier mögliche Tötungen von Katzen durch Wölfe gemeldet.

Auf Nachfrage bestätigt Sprecherin Karin Bernhardt (63), dass es sich auf dem Bild tatsächlich um einen Wolf handeln kann.

Dass der Bahnübergang unmittelbar an große Waldbereiche grenzt, unterstreiche dies: "Rund um Lauta wurde erstmals vor sechs Jahren ein Wolfspaar dokumentiert, jetzt als ein Rudel mit jährlichem Nachwuchs."

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Nördlich an Hoyerswerda grenze zudem das Knappenroder Rudel an, das schon seit 2013 bekannt sei.

Im Falle der Begegnung mit einem Wolf empfiehlt die Sprecherin: "Den Wolf nicht in die Enge treiben. Sollte er sich nicht zurückziehen, ruhig verhalten und Abstand wahren." Wenn der Wolf jedoch folgt, durch "Großmachen" oder Anschreien einschüchtern.

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