Chemnitz - Leise, barrierefrei und Steckdosen an den Sitzplätzen: Die sogenannten "Silberpfeile" sind von Sachsens Schienen nicht mehr wegzudenken. Die modernen Züge feiern nun Jubiläum - seit zehn Jahren bringen sie Millionen Fahrgäste durch den Freistaat.
"Die Triebzüge Coradia Continental sind bequem, leise und schnell", sagt Falk Ester (57) vom Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS).
Seit dem 12. Juni 2016 sind die "Silberpfeile" im Einsatz. Es war ein historischer Tag für den sächsischen Bahnverkehr.
Denn: Bei der Beschaffung der Züge kam erstmals in Ostdeutschland ein kommunales Fahrzeugpool-Modell zum Einsatz.
Das Konzept: Die "Silberpfeile" wurden nicht vom Verkehrsunternehmen selbst, in diesem Fall die Mitteldeutsche Regiobahn (MRB) beschafft, sondern durch den VMS mit Unterstützung des Freistaates bereitgestellt.
Somit konnten 29 hochmoderne Züge auf die Schiene geschickt werden. Die Fahrzeuge haben sich innerhalb der letzten zehn Jahre bewährt. Sie bieten Gepäckablagen, barrierefreie Zustiege und Toiletten und ein ruhiges Fahrgefühl.
Fahrgastzahlen fast verdoppelt
Die "Silberpfeile" sind im sogenannten Elektronetz Mittelsachen (EMS) unterwegs - von Dresden nach Zwickau (RB 30) und Hof (RE 3) sowie von Chemnitz nach Elsterwerda (RB 45).
"Das EMS verbindet ein knappes Drittel der Sachsen, verknüpft Wirtschaftsräume und touristische Ziele bequem und zuverlässig. Es wird wegen der wachsenden Fahrgastzahlen weiter eine tragende Rolle im Freistaat spielen", betont VMS-Geschäftsführer Mathias Korda (48).
Die Statistik zeigt: Immer mehr Fahrgäste nutzen das Elektronetz Mittelsachen. Waren es im Jahr 2017 noch 5,8 Millionen Passagiere, stieg die Zahl im Jahr 2025 auf 10,5 Millionen an.
Dass so viele Menschen auf den Strecken unterwegs sind, liege allerdings nicht nur an den modernen Zügen. "Auch das Deutschlandticket spielt dabei eine Rolle", sagt Ester.
Übrigens: Laut der MRB waren über 92 Prozent der Züge im Mittelsachsen-Netz pünktlich.