Dresden - Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (51, CDU) sieht eine Zukunft für das VW-Werk Zwickau. Auch künftig sollen die beiden Buchstaben an der Fassade prangen. Der Rüstungsindustrie erteilte er eine Absage.
Kretschmer und Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter (52, SPD) hatten mit VW-Konzernchef Oliver Blume (58) bereits am Montag in der Staatskanzlei in Dresden beraten.
"Wir sprechen ganz konkret darüber, welche neuen Fahrzeuge produziert werden können", sagte der CDU-Politiker im Gespräch mit dem MDR. "Volkswagen hat das Angebot gemacht, dass das effizienteste Werk in der Volkswagen Gruppe dann diese Produktion bekommt."
Die Frage sei nun, ob Zwickau das schaffen könne. Er sei sich sicher, "dass die Sachsen ganz viel liefern werden, dass sie kreativ sind, dass sie auch bereit sind, Beiträge zu bringen".
Gleichzeitig kritisierte der Regierungs-Chef erneut die Wirtschaftspolitik der Bundesregierung.
VW-Konzernchef Blume vermeidet konkrete Aussagen
"Wenn der ganze Rahmen obendrüber nicht stimmt, wenn Regulierung, wenn Energiekosten so viel Belastung sind, dann wird es für uns schwierig."
Alternativen für das Zwickauer Werk, etwa in der Rüstungsproduktion, erteilte Kretschmer eine Absage: "Wir wollen Fahrzeuge bauen. Wir sind die Wiege des deutschen Automobilbaus."
VW-Konzernchef Blume hatte am Mittwoch das sächsische VW-Werk besucht. Konkrete Aussagen zur Zukunft des Standorts hatte er allerdings nicht gemacht.
Auch bei der Betriebsversammlung am Donnerstag im VW-Motorenwerk Chemnitz gab es keine neuen Informationen. Eine Versammlung in der Gläsernen Manufaktur Dresden war - entgegen anderslautender Informationen - nicht geplant.