Heizöl-Preise explodieren! Viele Kunden bestellen nur noch kleine Mengen
Dresden - Die Heizperiode beginnt. Wer mit Öl heizt und noch nicht vorgesorgt hat, braucht derzeit starke Nerven: So hohe Preise gab es zuletzt bei der Energiekrise 2022. Schuld sind die Krisen im Arabischen Raum und der Iran-Krieg.
"Die Preise für Heizöl sind in den letzten Monaten im Grunde nur gestiegen", sagt Jeannette Kohoutek (53). Sie ist Schatzmeisterin im Vorstand des Sächsischen Brennstoff- und Mineralölhandelsverbandes (SBMV) und Geschäftsführerin der Firma Brennstoffhandel Köckritz in Königsbrück.
Der Verband beobachtete, dass viele Heizöl-Kunden den ganzen Sommer auf fallende Preise gehofft und leider zu lange gewartet haben mit der Bestellung der Wintervorräte.
Kohoutek: "Die meisten Verbraucher bestellen jetzt kleinere Mengen. Zum einen auf unser Anraten hin, da es jederzeit möglich ist, dass die Preise wieder fallen, und zum anderen, weil die Rechnung ja auch bezahlt werden muss."
Derzeit kaufen vor allem Kunden, deren Tanks fast leer sind, stellt der SBMV fest. Kunden, die noch genug Heizöl für dieses Jahr haben, warten meistens ab. Der Höhenflug der Ölpreise treibt die Menschen um.
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2000 Liter Heizöl für über 3400 Euro
2000 Liter Heizöl kosteten Mitte September 2025 1893 Euro. Für die gleiche Menge waren Ende September dieses Jahres 3428 Euro zu zahlen. Das macht eine Mehrbelastung von 1535 Euro!
Jeannette Kohoutek: "Es gibt Haushalte, denen es schwerfällt, eine so hohe Rechnung auf einmal zu bezahlen. Den Kunden wird aber Ratenzahlung angeboten. Es wird niemand im Kalten sitzengelassen." Die Versorgungslage ist momentan stabil. Lieferengpässe gibt es noch nicht.
Verbraucherschützer raten aktuell davon ab, die Tanks vollzumachen. Kleinstmengen für wenige Wochen seien ebenfalls nicht ratsam, da der Preis pro Liter steige, je weniger man bestelle.
In diesem Zusammenhang warnen sie vor Fake Shops im Internet, die Heizöl zu Schnäppchenpreisen anbieten. Energiemarktexpertin Christina Wallraf von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen: "Wenn nur Vorauskasse möglich ist, die Preise sehr niedrig sind oder kein Impressum vorhanden ist, sollte man skeptisch werden."
Die Verbraucherzentralen haben einen sogenannten Fakeshop-Finder kreiert. Dort kann man die Internetadresse von Onlineshops eintippen und erhält dann eine Einschätzung zur Seriosität des Angebots.
Titelfoto: Eric Münch

