Highfield bittet zum "One Last Dance": Wie steht es um andere Festivals in Sachsen?

Von André Jahnke

Leipzig - Die fetten Jahre der Musikfestivals scheinen vorbei zu sein: In Sachsen bittet das größte Rockfestival Highfield vom 13. bis 16. August am Störmthaler See bei Leipzig zum "One Last Dance" und legt zumindest im kommenden Jahr eine Pause ein. Andere Veranstaltungen wie das Dixieland-Festival in Dresden streichen aus Kostengründen liebgewonnene Programmpunkte. Es gibt aber auch Festivals wie das Wave-Gotik-Treffen in Leipzig, die auf soliden Beinen stehen.

Noch ein letztes Mal wird dieses Wochenende am Störmthaler See gefeiert.  © Jan Woitas/dpa

"Mir ist nicht bange um die Branche, aber es besteht durchaus Grund zur Sorge, weil viele Veranstalter unter einem enormen wirtschaftlichen Druck stehen", sagte der Geschäftsführer vom Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft, Johannes Everke.

Die Produktionspreise seien nach Corona explodiert. Zudem seien die Gagenforderungen der Bands gewaltig gestiegen, zum Teil sogar um das Dreifache.

Das Highfield sei in dieser Form wirtschaftlich nicht mehr tragbar, hatten die Veranstalter Semmel Concerts und FKP Scorpio mitgeteilt. Im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit seien die Kosten für Personal, Material, Gagen oder Energie um rund 45 Prozent gestiegen.

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Gleichzeitig sei die Nachfrage aufgrund der gestiegenen Lebenshaltungskosten gesunken. Zuletzt kamen rund 28.000 Menschen zu dem Festival, in den Hochzeiten waren es 35.000.

"Dabei sind Konzerte und Festivals wegen der Erlebnisqualität sehr gefragte Produkte", betonte Everke. Es gehe den Besucherinnen und Besuchern dabei nicht nur um die Musik, sondern auch um das gemeinschaftliche Erleben.

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Festivals generell gefragt - Gäste wollen aber auch mehr Komfort

Nicht jeder hat Lust aufs Zelten bei Festivals, Upgrades sind gefragt.  © Jan Woitas/dpa

Gleichzeitig sei das Komfortbewusstsein der Besucher gestiegen. Viele reisten mit dem Bulli oder dem Wohnmobil an oder nutzten die zahlreichen Angebote eines Upgrades.

So kostet der dreitägige VIP-Platin-Zusatz beim Highfield 699 Euro. Dafür gibt es Backstage-Führungen, After-Show-Partys, Essen und Trinken in ausgewiesenen Bereichen, eigene Sanitäranlagen sowie einen Platz direkt vor der Bühne.

Das Festival-Ticket in Höhe von 159 Euro kommt hinzu. Wer dann noch einen besonderen Schlafplatz in einem Zelt mit Bett und Matratze haben will, zahlt noch mal mehr.

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"Diese Angebote werden gerne angenommen, aber sie kosten ihren Preis", erläuterte Everke. So sei es nicht verwunderlich, dass die Gäste sich meist nur noch für ein Festival im Jahr entschieden und nicht wie noch vor einigen Jahren für drei oder vier.

WGT profitiert von Stammgästen und Programm abseits der Musik

Das Leipziger WGT profitiert von der Community. Es ist das größte Gothic-Festival der Welt.  © Jan Woitas/dpa

Dank Festival-Atmosphäre und Community hat sich das jährliche Wave-Gotik-Treffen zu Pfingsten in Leipzig etabliert. Seit Jahren zieht das WGT rund 20.000 Gäste an, steht wirtschaftlich auf soliden Beinen. "Wir profitieren aber auch von unserem großen Stammpublikum, das uns seit Jahren die Treue hält", erläuterte Veranstalter Cornelius Brach.

Der Charakter des WGT sei aber speziell und nicht nur auf die Musik zu reduzieren. "Wir haben ein umfangreiches Kulturprogramm mit Ausstellungen, Lesungen, Konzerten an ungewöhnlichen Orten und das mittelalterlich geprägte Heidnische Dorf", erklärte Brach.

Zwar müsse das WGT auch mit den gestiegenen Kosten leben, aber es werde versucht, an manchen Stellen zu sparen, um die Ticketpreise halbwegs stabil zu halten.

Dagegen musste das Dixieland Festival in Dresden, das mit seinen Open-Air-Konzerten jedes Jahr mehrere Hunderttausend Menschen anzieht, schon zweimal zumindest Einschränkungen hinnehmen.

Wegen hoher Sicherheitsauflagen hätte man im Vorjahr 120.000 Euro zusätzlich aufbringen müssen, um die Vorgaben zu erfüllen. Deshalb wurde die Jazzmeile auf der Prager Straße reduziert. In diesem Jahr fiel die beliebte Abschlussparade - für viele Fans der Höhepunkt - aus.

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Die Abschlussparade beim Dixieland-Festival konnte in diesem Jahr nicht stattfinden.  © Robert Michael/dpa

Grund für das finanzielle Ungemach sind Vorkehrungen für Sicherheit, die von den Veranstaltern aus Sorge vor Terroranschlägen verlangt werden.

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