Ibug in Riesa: Ehemaliges Mischfutterwerk wird zur riesigen Kunstgalerie
Riesa - 72 Künstler aus 18 Ländern - sie verwandeln das ehemalige Mischfutterwerk Muskator in Riesa zum zweiten Mal in eine Industrie-Brachen-Galerie. Am 22./23. August öffnet an drei aufeinanderfolgenden Wochenenden das urbane Kunstfestival "Ibug" für Besucher. Bis dahin haben die Künstler noch alle Hände voll zu tun.
Schon fertig und weithin sichtbar ist das 700 Quadratmeter große Mural am Maschinenturm des Silowerkes. Der belgische Künstler Yves Gallard seilte sich dafür an der 50 Meter hohen Fassade ab, verbrauchte 220 Liter Farbe.
Die wird zum Glück vom Festival gestellt. "Ich habe allein 60 Liter Blau vermalt", strahlt die indonesische Künstlerin Yessiow. Von einem Sonnenschirm geschützt, pinselt sie auf die Platten einer vorgelagerten Terrasse eine Art fliegenden Teppich, den ein weißer Vogel mit Mädchen ziert.
Ihr Kunstwerk ist am besten aus der Höhe zu bewundern. "Damit das alle Menschen können, ermöglicht das Festival erstmals auch mobilitätseingeschränkten Menschen den Zugang über temporär installierte Lifte", erklärt Festival-Sprecher Michael Lippold.
Am Fuße der riesigen Silos klebt die estländische Künstlerin ïque ein florales Mosaik aus Spiegelscherben.
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Erste "Ibug" fand 2006 in Meerane statt
Metallbildhauerin Veronika Schneider verarbeitet im Ex-Verteilwerk Fundsachen.
"Ich habe alles auf dem Gelände zusammengetragen, was rund ist - von Rohren bis zur Kabelummantelung."
Die Künstlerin komponiert die Fundstücke neu, empfindet Energie- und Materialfluss des Futterwerkes nach. Der indische Künstler Ansh Kumar wird Silos und Gebäude mit Lichtinstallationen illuminieren.
Die erste "Ibug" fand 2006 in Meerane statt. Es folgten 20 Ausgaben an zwölf Standorten. 2025 zählte die Ibug in den Chemnitzer Presto-Werken über 35.000 Besucher.
Titelfoto: Bildmontage: Foto Koch (2)

