Innenausschuss tagt zu Drohnenangriff - und fordert eine bessere Abwehr

Leipzig/Dresden - Geheimsitzung im Landtag wegen des Leipziger Drohnenangriffs: Neue Erkenntnisse gab es kaum, dafür viele Forderungen.

Jens Hentschel-Thöricht (48, BSW).  © Sebastian Kahnert/dpa

Die Staatsregierung müsse schnellstmöglich sämtliche Risikobewertungen für die kritische Infrastruktur überarbeiten und die Zusammenarbeit mit dem Bund verbessern, forderte Valentin Lippmann (35, Grüne) im Anschluss an die nicht öffentliche Beratung des Innenausschusses.

Auch Ronny Wähner (51, CDU) forderte ein gemeinsames Vorgehen von Land und Bund. "Gerade an Flughäfen und weiterer kritischer Infrastruktur brauchen wir ein abgestimmtes System aus Detektion und Abwehr. Dabei trägt der Bund eine besondere Verantwortung", teilte Wähner mit.

Ähnlich äußerte sich Sebastian Wippel (43, AfD): "Wir fordern, dass schnellstens das Zuständigkeits-Wirrwarr bei der Drohnenabwehr beendet und der Flughafen Leipzig/Halle mit moderner Technik geschützt wird."

Sachsen Wegen Dürre und Trockenheit: SachsenEnergie weicht auf die Elbe aus

Die Sitzung habe technische Lücken bei der Drohnenabwehr verdeutlicht, unterstrich Jens Hentschel-Thöricht (48, BSW). Die vorhandenen Systeme seien vor allem auf handelsübliche und funkgesteuerte Drohnen ausgerichtet, nicht auf technisch veränderte.

Er kritisierte zudem, dass Innenminister Armin Schuster (65, CDU) bei der Sitzung fehlte.

Anzeige
Rico Gebhardt (63, Linke).  © DPA
Sebastian Wippel (43, AfD).  © Petra Hornig

Linke mit indirekter Kritik an der AfD

Ebenjenen sah Rico Gebhardt (63, Linke) in der Pflicht: "Wir reden nicht nur von Drohnen, sondern von der ganzen Bandbreite hybrider Angriffe gegen unser demokratisches Gemeinwesen." Er kritisierte zudem, dass Infrasrukturministerin Regina Kraushaar (62, CDU) bei der Sitzung fehlte.

Der Innenausschuss des Landtags sei gar nicht zuständig, da der Generalbundesanwalt die Ermittlungen bereits an sich gezogen habe, so Gebhardt.

Mehr zum Thema Sachsen: