Kampf um Kitas im Osten: Immer weniger Plätze trotz sinkender Geburtenrate

Von Basil Wegener

Dresden - In Sachsen fehlt für 6,3 Prozent der Kinder unter drei Jahren mit Betreuungsbedarf ein Kitaplatz. Das zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Der Freistaat gehört damit weiterhin zu den Ländern mit der geringsten Versorgungslücke. Zum Vergleich: Bundesweit sind 14,2 Prozent der U3-Kinder ohne Platz.

Rund 312 000 Kinder wurden im März 2025 in Kindertageseinrichtungen betreut. (Symbolbild)  © Monika Skolimowska/dpa

Im bundesweiten Vergleich liegt Sachsen mit einer Lücke von 6,3 Prozent in der Spitzengruppe der Länder mit den niedrigsten Versorgungslücken.

Nur Mecklenburg-Vorpommern (4 Prozent) und Sachsen-Anhalt (4,3 Prozent) schneiden noch etwas besser ab. Thüringen (8,2 Prozent) und Brandenburg (6,1 Prozent) liegen leicht hinter Sachsen.

Die Studie macht deutlich, dass besonders die ostdeutschen Bundesländer stark von demografischen Entwicklungen beeinflusst werden.

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Das Institut macht auf Rückgänge im Osten aufmerksam. "Hier ist die Zahl der unter Dreijährigen seit 2019 mit einem Rückgang um fast 20 Prozent regelrecht eingebrochen", schreibt das IW.

Das habe auch zu einem starken Rückgang des Bedarfs geführt, wenn sich rechnerisch im Osten auch immer noch eine Lücke von 25.000 Plätzen ergibt.

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Kita-Schließungen im Osten unausweichlich: Zu viele freie Plätze für zu wenig Kinder

In Sachsen gibt es etwa 3 000 Kindertageseinrichtungen. (Symbolbild)  © Maximilian von Klenze/dpa

IW-Experte Wido Geis-Thöne prognostizierte, dass in den Ostländern wohl künftig Kita-Plätze abgebaut würden. Ein Rückbau der Kapazitäten scheine "unausweichlich", so die Studie.

Die Forscher mahnen, die Gebäude und Orte so zu erhalten, dass sie in Zukunft bei Bedarf wieder in Betreuungseinrichtungen umgewandelt werden können. Eignen könne sich dafür eine Nutzung als Jugendtreffs oder Vereinsheime.

Der Bildungsökonom forderte Anstrengungen für gute Kita-Qualität. Heute seien vor allem in Ostdeutschland die Gruppen oft zu groß.

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Generell gilt laut Geis-Thöne: "Gerade für Kinder aus bildungsfernen Haushalten ist der Besuch einer Kita entscheidend für den weiteren Bildungsweg."

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