Zum Start der Rummel-Saison: Unsere Schausteller sind jetzt Kulturerbe
Dresden - Jetzt ist es offiziell: Die Schaustellerkultur auf Volksfesten gehört in ganz Deutschland zum Immateriellen Kulturerbe. In Sachsen wird diese Auszeichnung pünktlich zum Start der Volksfestsaison besonders gefeiert. Politik und Schausteller sind sich einig: Hier lebt ein Stück deutsche Seele.
Mitten auf dem Festgelände, umgeben von bunten Buden, Zuckerwatte und Fahrgeschäften, kam die komplette sächsische Schaustellerkraft zusammen - ein starkes Bild für eine starke Tradition.
Die Entscheidung der deutschen UNESCO-Kommission, die Schaustellerkultur ins Immaterielle Kulturerbe aufzunehmen, sorgt für große Emotionen.
Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch (60, CDU) macht klar, wie viel ihr dieser Moment bedeutet: "Ich möchte erst mal Danke sagen, dass die Schausteller hier sind."
Erst vergangenen Freitag sei in der Kulturministerkonferenz der Beschluss gefallen. Für Klepsch ist die Bedeutung klar: "Hinter der Kunst stehen Familien und Kindheitserinnerungen. Das ist Identität, die lebendig gehalten wird."
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Volksfeste haben lange Tradition
Volksfeste seien eben mehr als Rummel - sie seien emotionale Anker. Orte wie die Dresdner Vogelwiese, die Leipziger Kleinmesse oder die Annaberger Kät erzählen Geschichten, die jeder kennt.
Auch für die Schausteller selbst ist die Auszeichnung ein Meilenstein.
Rico Illgen (49), Vorsitzender des Mittelsächsischen Schaustellerverbandes Chemnitz, sagt stolz: "Wir sind glücklich, dass wir in das Kulturerbe aufgenommen wurden."
Schließlich gehe es um eine Tradition, die 1200 Jahre Geschichte trage. "Es ist schön, die Anerkennung zu bekommen für etwas, das über Generationen gepflegt wurde."
Doch es gehe um mehr als Nostalgie. Illgen beschreibt die Volksfeste als Herz der Gesellschaft: "Wir sind eine Begegnungsstätte für alle Gesellschaftsschichten, einfach so ein bisschen dieser gesellschaftliche Kleber."
Titelfoto: Eric Münch

