Leipzig - Ende März schrammte Sachsen haarscharf an einem Zugunglück vorbei. Im Leipziger Umland waren Signalanlagen so manipuliert worden, dass Züge hätten kollidieren können. Was als vermeintlicher Polit-Anschlag Sachsens Terror-Ermittler auf den Plan rief, entpuppt sich nun als Werk von Kindern.
Es war einem aufmerksamen Lokführer zu verdanken, dass es nicht zur Katastrophe kam. Ihm war morgens die Fehlstellung der Signale auf der Strecke Leipzig-Döbeln aufgefallen. Er informierte den Leitstand der Bahn, der sofort die Strecke sperrte.
Kurz darauf stellten Bahn-Mitarbeiter in Beucha und Naunhof (Landkreis Leipzig) Manipulationen an den Signalen fest, die auf der eingleisigen Strecke nunmehr dauerhaft auf beiden Seiten "freie Fahrt" anzeigten.
Weil man damals von einem versuchten Terroranschlag ausgehen musste, ermittelte Sachsens Polizeiliches Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum in dem Fall.
Mit erstaunlichem Ausgang: Keine Terroristen oder Extremisten manipulierten die Signale, sondern Kinder, wie die Generalstaatsanwaltschaft TAG24 auf Anfrage mitteilte.
"Da sie minderjährig und deshalb schuldunfähig sind, wurden die Ermittlungen eingestellt", sagte Staatsanwalt Dr. Patrick Pintaske. Angaben zu Alter, Herkunft, Vorgehensweise und Motiv wollte er mit Verweis auf den Kinderschutz nicht machen.