Marschflugkörper made in Sachsen: US-Unternehmen will Raketen in Nähe von Leipzig produzieren
Leipzig - In der Nähe von Leipzig könnte ab dem nächsten Jahr ein strategisch bedeutender Rüstungsstandort die Produktion aufnehmen. Medienberichten zufolge plant das US-amerikanische Unternehmen "Covenant", ab 2027 weitreichende Marschflugkörper in Sachsen zu fertigen.
Europa und die Bundesrepublik suchen derzeit händeringend nach kostengünstigen Präzisionswaffen mit möglichst hoher Reichweite, um eine strategische Lücke in der eigenen Abschreckungsfähigkeit zu schließen.
Die von dem Start-up gefertigten Raketen sollen laut der Nachrichtenagentur Reuters eine Reichweite von mehr als 1500 Kilometern haben, pro Jahr sollen bis 1000 Stück gefertigt werden.
Die einzelnen Komponenten würden dabei überwiegend entsprechend aus Deutschland und Europa zugeliefert. Hinter dem US-Unternehmen steht der Investor Michael Kaufman.
Das von "Covenant" gefertigte Modell soll den Berichten nach im August dieses Jahres bei Tests durch das US-Militär in Marokko erfolgreich erprobt worden sein.
Laut Reuters wollten sich weder das Unternehmen selbst noch das Bundesverteidigungsministerium auf Anfrage zu den Plänen äußern. Fest steht allerdings: Sollte das Projekt tatsächlich realisiert werden, käme der Region um Leipzig eine Schlüsselrolle bei der europäischen Rüstungsproduktion zu!
Zähes Ringen um Stationierung von Waffen mit großer Reichweite
Im Juli 2024 hatte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD, 68) gemeinsam mit US-Präsident Joe Biden (83) am Rande eines NATO-Gipfels die geplante Stationierung von weitreichenden Raketen der US-Armee in Deutschland verkündet.
Scholz begründete das Vorhaben etwa mit der massiven Aufrüstung Russlands, etwa durch nach Kaliningrad verlegte Mittelstrecken-Raketen.
Anfang Mai des Jahres 2026 hatte US-Präsident Donald Trump (80) eben dieses Übereinkommen überraschend aufgekündigt. Als Gründe nannte er geänderte Prioritäten der eigenen Regierung sowie einen erhöhten Eigenbedarf an Präzisionswaffen im Zuge der Eskalation im Nahen Osten.
Wenig später verkündete Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU, 70) nach dem NATO-Gipfel in Ankara jedoch, dass es eine neue Regelung mit den USA gebe, wonach die Bundesrepublik Tomahawk-Marschflugkörper aus den Vereinigten Staaten für Bestände der Bundeswehr kaufen könne.
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"Wir schließen damit eine wichtige strategische Lücke in unserer Verteidigung und wir werden gleichzeitig daran arbeiten, eigene europäische Systeme zu entwickeln und in Europa zu stationieren", sagte Merz.
Titelfoto: Mass Communication Spc. 3rd Clas/U.S. Navy/dpa

