Mit etwas Fachwissen schmeckt's noch mal so gut: Sachsens Wein von A bis Z

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Dresden - Die Weinlese auf Sachsens Weingütern hat begonnen und an diesem Wochenende steht mit den Tagen des offenen Weingutes ein erster Höhepunkt im sächsischen Weinjahr an. Gemäß der Weisheit "In vino veritas", also im Wein liegt die Wahrheit, hat TAG24 ein buntes A bis Z rund um den (sächsischen) Wein geschnürt. Zum Wohle!

Schloss Wackerbarth ist eingerahmt von Hanglagen.
Schloss Wackerbarth ist eingerahmt von Hanglagen.  © Oliver Killig/PR

ABV oder Alcohol by Volume meint den Alkoholgehalt eines Weines. Dieser darf zwischen 5,5 und 15 % liegen.

Bischof Benno (1010-1106) von Meißen soll der Legende nach zu Beginn des 12. Jahrhunderts erste Weinreben beim Meißner Burgberg gepflanzt haben.

Cuvée ist eine Mischung aus verschiedenen Rebsorten oder auch Weinen, um den Geschmack zu verbessern.

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Depot ist der Bodensatz, der sich in Flaschen, insbesondere bei Rotweinen, bilden kann. Er ist ein Qualitätsmerkmal.

Entrappen beschreibt das Abtrennen der Trauben vom Stiel.

Federweißer ist teilweise gegorener Traubenmost. Der Jungwein wird ab September u. a. beim Federweißerfest Schloss Wackerbarth und auf der Federweißermeile Diesbar-Seußlitz - jeweils am 12./13. September - ausgeschenkt.

Gärung wird durch Hefen in den Trauben sowie zugegebene Reinzuchthefen in Gang gebracht. Dabei wird aus Fruchtzucker Alkohol gebildet.

Hanglagen mit den charakteristischen Trockenmauern prägen die Kulturlandschaft im sächsischen Elbtal.

Von Immunität bis Nordöstlich

In traditionellen Holzfässern reift der Wein.
In traditionellen Holzfässern reift der Wein.  © Imago/photo2000

Immunität, also die Widerstandsfähigkeit gegenüber Schädlingen, Krankheiten und Umweltbedingungen wie Klima und Wetter, ist ein wichtiger Faktor beim Anlegen neuer Rebbestände. Im sächsischen Anbaugebiet werden fast 70 Hektar mit sogenannten pilzwiderstandsfähigen (PIWI) Rebsorten bewirtschaftet.

Jahrgang bezeichnet das Jahr, in dem der Wein erzeugt und abgefüllt wird. Sind Qualität, Geschmack und Lagerfähigkeit herausragend, wird ein Jahrgang zum Jahrhundertwein.

Kleinwinzer prägen das sächsische Anbaugebiet. 96 Prozent der etwa 1400 Weinbauern sind Kleinwinzer, von denen 40 Prozent weniger als 100 Quadratmeter Rebfläche nutzen.

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Lagerung in Fässern, der sogenannte Ausbau, lässt den Wein reifen. In traditionellen Holzfässern (meist Eiche) kann der Wein atmen und Aromen bilden. Man unterscheidet Barriques (225 Liter), Tonneaus (500 Liter) und Stückfässer (1200 Liter). In Edelstahltanks steht der pure Fruchtgeschmack im Vordergrund.

Maische ist das Ausgangsprodukt. Sie besteht aus Traubensaft, Schalen, Fruchtfleisch und Kernen. Während bei Rotwein alles zusammen gärt, um Farbe und Aromen zu lösen, wird die Maische bei Weißwein sofort abgepresst.

Nordöstlich: Mit etwa 500 Hektar Rebfläche ist das sächsische Weinanbaugebiet eines der kleinsten sowie das nordöstlichste Weingebiet Deutschlands.

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Von Oechsle bis Sorten

Mit einem Refraktometer wird der Oechsle-Grad überprüft.
Mit einem Refraktometer wird der Oechsle-Grad überprüft.  © imago/Steffen Schellhorn

Oechsle - oder auch Grad Oechsle (°Oe) - wird zur Bestimmung der Traubenreife im Weinberg gemessen. Zum anderen gibt die Maßeinheit das Mostgewicht nach dem Auspressen, aber vor Beginn der Gärung an. Der Wert zeigt an, wie viel Zucker in den Trauben enthalten ist. Je mehr Zucker, desto höher ist der Wert.

Prädikate werden, je nach Rebsorte und Anbaugebiet, nach spezifischen Mindestmostgewichten (Oechsle) vergeben. Es gibt sechs Prädikate: Kabinett, Spätlese, Auslese, Beerenauslese, Eiswein und die höchste Qualitätsstufe, die Trockenbeerenauslese.

Qualitätsweine rangieren unter Prädikatsweinen, aber über denen als Deutsche Weine/Landweine klassifizierten Weinen. Sie müssen aus einem anerkannten Anbaugebiet stammen und strenge Mindestanforderungen erfüllen, die chemisch und sensorisch analysiert werden.

Rebläuse vernichteten im 19. Jahrhundert drei Viertel aller Rebstöcke in Europa, indem sie die Wurzeln der Reben schädigten. Sie wurden von Nordamerika kommend in den 1860er-Jahren in Frankreich eingeschleppt.

Sorten: Etwa 10.000 verschiedene Rebsorten gibt es weltweit. In Sachsen werden 83 Rebsorten angebaut. Den größten Flächenanteil haben die weißen Sorten Riesling, Müller-Thurgau, Weiß- und Grauburgunder. Bei den roten dominieren Spätburgunder und Dornfelder. Besonderheit: Der Anbau des Goldrieslings erfolgt auf 29 Hektar fast ausschließlich im sächsischen Weinanbaugebiet.

Von Tag des offenen Weinguts bis Zepter

Luise Puhlmann (19) ist Sachsens neue Weinkönigin.
Luise Puhlmann (19) ist Sachsens neue Weinkönigin.  © Robert Michael/dpa

Tage des offenen Weinguts locken jedes Jahr zum Blick hinter die Kulissen der sächsischen Weinproduktion. Am 29. und 30. August können Besucher entlang der Sächsischen Weinstraße von Pirna bis Diesbar-Seußlitz an Weinverkostungen oder Keller- und Weinbergsführungen teilnehmen. Programm: veranstaltungen.dresden.de/events/19064

Unterlagen waren die Rettung vor der wurzelfressenden Reblaus, indem die Weinreben auf resistente Wurzelstöcke gepfropft wurden. Mittlerweile werden Unterlagen auch auf die Eigenschaften des Bodens und Klimas angepasst.

Vinometer messen den Alkoholgehalt des Weins.

Weinstraße: Auf 55 Kilometern führt die Sächsische Weinstraße durch die von über 850 Jahren Weinanbau geprägte Landschaft von Pirna über Dresden, Radebeul und Meißen bis nach Diesbar-Seußlitz.

Xylose ist ein natürlicher Einfachzucker in Trauben und Holzfässern, der von den meisten Weinhefen nicht vergärt werden kann. Er verbleibt deshalb als Restzucker im Wein.

YVD (Young Vine Decline), Young Esca- oder auch Petri-Krankheit genannt, ist eine Pilzkrankheit, die junge Weinreben befällt. Sie ist oft Wegbereiter für Esca bei älteren Weinreben - eine der gefährlichsten Rebholzkrankheiten.

Zepter: Nach einem Jahr Pause gibt es in dieser Weinsaison wieder eine Sächsische Weinkönigin: Luise Puhlmann (19) aus Radebeul.

Titelfoto: Montage: imago/photo2000, Robert Michael/dpa

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