Millionengrab Ortsumfahrung: Warum die Straße in die Sächsische Schweiz so teuer wird

Von Benjamin Schön, Jasmin Beisiegel

Pirna - 96,6 Millionen Euro geplant, inzwischen fast 300 Millionen Euro teuer - und fertig ist Pirnas Südumfahrung immer noch nicht! Jetzt kommt der nächste Hammer: An der Gottleubatalbrücke stecken Baumängel im Beton, die aufwendig beseitigt werden müssen.

Die Baustelle der Gottleubatalbrücke im Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.  © Robert Michael/dpa

Die Freigabe der 3,8 Kilometer langen Strecke verschiebt sich damit erneut und die Kosten explodieren immer weiter.

Wie aus der Antwort der Bundesregierung auf eine AfD-Anfrage hervorgeht, haben sich die veranschlagten Kosten seit 2017 nahezu verdreifacht.

"Die Kostensteigerungen sind auf allgemeine Baupreissteigerungen der vergangenen gut 25 Jahre sowie Leistungsänderungen und Schwierigkeiten bei der Bauausführung zurückzuführen", heißt es von der zuständigen Deutschen Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges) auf TAG24-Nachfrage.

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Bereits jetzt kostet der Kilometer damit 75,9 Millionen Euro.

Des Weiteren antwortet die Bundesregierung: "Die zusätzlichen Kosten infolge der verlängerten Bauzeit sind derzeit nicht abschließend beurteilbar."

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Beton-Pfusch an der Gottleubatalbrücke

Holger Behrmann, Bereichsleiter für Sachsen bei der Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges).  © Robert Michael/dpa

Und nun auch noch Beton-Pfusch! Bei einer Prüfung vor der geplanten Inbetriebnahme waren im März Schäden an den Übergängen zwischen der einzigartigen Dünn-Brücke und Pfeilern aufgefallen.

"Beim Betonieren sind Reste der Schalung, also der Gussform, in den Beton gekommen", erklärte Holger Behrmann von der Deges. Dadurch entstanden Hohlräume. An vier von fünf sogenannten Vouten - verstärkten Übergängen zwischen Brücke und Pfeilern - muss nachgebessert werden.

Geplant ist, Beton in die Hohlräume zu pumpen. Das Sanierungskonzept wird derzeit abgestimmt. Die Arbeiten könnten noch in diesem Jahr beginnen, müssen bei Frost aber pausieren.

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"Mit einer Fertigstellung ist 2027 zu rechnen", so Behrmann. Einen konkreten Termin will die Deges nach dem Winter nennen.

Dabei sollte die Südumfahrung ursprünglich schon 2022 fertig sein. Erst bremsten die geologischen Probleme am Kohlbergtunnel, dann Änderungen an der Brückenkonstruktion. Jetzt kommen die Betonmängel hinzu.

Die Bundesstraße 172n soll Pirna vom Durchgangsverkehr entlasten - doch bis Autofahrer komplett freie Fahrt haben, wird es wohl noch eine ganze Weile dauern.

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