Mitarbeiter sorgt mit Kommentaren für Aufruhr: Johanniter reagieren
Sachsen - Für einen Mitarbeiter der Johanniter in Meißen/Mittelsachsen ist vorerst Schluss: Nach unangebrachten Kommentaren wurde er am Montag vom Dienst freigestellt.
Wie die Johanniter-Unfall-Hilfe e.V., Regionalverband Meißen/Mittelsachsen, in einem Statement betont, steht die Hilfsorganisation für "Menschlichkeit, Respekt, Vielfalt und Toleranz". Ein nun öffentlich gewordener Fall steht jedoch in deutlichem Kontrast zu diesen Grundsätzen.
Aufgedeckt wurde das Ganze von der Seite "Aktivismus", die es sich nach eigenen Angaben zur Aufgabe gemacht hat, "menschenverachtenden Hass samt Verfasser ins Rampenlicht" zu stellen.
Demnach soll ein Mitarbeiter der Johanniter unter einem BUNTE-Beitrag, in dem Sängerin Kerstin Ott über ihre früheren Alkoholprobleme spricht, den Kommentar "Fette Zecke ... 🤮" hinterlassen haben. Dazu hat er ein Bild mit der Aufschrift "Wenn du ganz leise bist, kannst du hören, wie du mir am Arsch vorbeigehst" geteilt, wie TAG24 nach eigenen Recherchen feststellte.
Dabei soll es sich jedoch nicht um einen Einzelfall gehandelt haben. Auch unter anderen Beiträgen soll er verachtende Kommentare hinterlassen haben.
Die Johanniter reagierten auf die Hinweise und erklärten zunächst, sie würden diese "sehr ernst" nehmen. Der zuständige Regionalvorstand stehe demnach mit dem betreffenden Mitarbeiter in Kontakt, um den Sachverhalt aufzuklären.
Johanniter reagieren auf Vorwürfe und stellen Mitarbeiter frei
Doch kurz darauf folgte ein Update: "Der Mitarbeiter wurde soeben vom Dienst freigestellt", teilten die Johanniter in den sozialen Medien mit.
Die Schicht des Mitarbeiters habe unverzüglich ein anderer Kollege übernommen, wie Johanniter-Sprecher Sebastian Späthe gegenüber TAG24 mitteilte. Grundsätzlich seien alle haupt- und ehrenamtlichen Johanniter im Umgang mit den sozialen Medien sensibilisiert.
"Weitere Angaben können wir leider nicht machen. Wir haben eine Fürsorgepflicht für alle Mitarbeitenden der Johanniter-Unfall-Hilfe", so Späthe.
Intern werde der Fall jetzt geprüft. Auch, um die Sachlage richtig einordnen und entsprechende Konsequenzen ziehen zu können.
Erstmeldung vom 1. September, 14.18 Uhr. Update am 2. September, 9.54 Uhr.
Titelfoto: Bildmontage: Instagram/Screenshot/johanniter_meissen_mittelsachs, 123RF/uschidaschi

