Neuer Ermittlungsansatz: Wurde die Sprengstoff-Drohne von einem Geisterdorf aus gesteuert?

Leipzig - Eine Woche nach der Drohnen-Attacke auf den Leipziger Flughafen hat die Polizei ihre Spurensuche in ein Geisterdorf verlegt. Auch Sprengstoffhunde sind im Einsatz. Der Busfahrer, der das Flugobjekt angeblich mit dem Fuß bekämpft haben soll, bleibt unterdessen ein Phantom.

Polizeifahrzeuge rasen übers Flughafengelände. Seit dem Drohnen-Vorfall wird vor Ort ermittelt.  © Michael Strohmeyer

Seit 2017 ist Kursdorf ein Geisterdorf, verließen die letzten Einwohner ihre Gehöfte. Denn seit der Erweiterung des Leipziger Flughafens liegt der Ort direkt zwischen den beiden Start- und Landebahnen.

Doch am Mittwoch zog wieder Leben ein, denn Dutzende Polizisten durchkämmten die einstigen Höfe und Felder. Wie TAG24 vor Ort erfuhr, vermuten die Ermittler, dass die Sprengstoff-Drohne von hier aus gesteuert wurde, sich der Drohnenpilot während der Operation in einem der alten Gemäuer versteckt hielt.

Die Nähe zur A14 und zur A9 lässt vermuten, dass er danach über die Autobahn flüchtete.

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Bereits am Dienstag hatte die Polizei auf dem Flughafengelände spezielle Spürhunde eingesetzt. Offenbar haben die Tiere am Geisterdorf angeschlagen. Offiziell machte die Bundesanwaltschaft am Mittwoch keine Angaben zum Fortgang der Ermittlungen.

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Ein verlassenes Grundstück in Kursdorf - auch hier suchte die Polizei nach Spuren.  © Michael Strohmeyer
Am Feldrand bei Kursdorf suchen Polizei-Ketten jeden Quadratmeter ab. Zuvor waren hier auch Spürhunde im Einsatz.  © Michael Strohmeyer

Dutzende Memes - Busfahrer geistert als Phantom durchs Netz

Eine Polizeidrohne über einem abgestellten Flieger.  © DPA

Auch das Flughafen-Management gibt sich wortkarg. Eine TAG24-Anfrage nach einem Interview mit dem Busfahrer, der die Drohne als Erster entdeckte und mit seinem Fuß außer Gefecht gesetzt haben soll, wurde abgelehnt.

Die Frage, ob der Busfahrer tatsächlich existiert oder nur eine Legende ist, beantwortete Flughafen-Sprecher Uwe Schuhart mit der Standardphrase: "Zu laufenden Ermittlungen äußern wir uns nicht."

Da die Behörden nach der Drohnen-Attacke insgesamt drei Busfahrer-Versionen streuten - mit Händen aus der Luft geholt, mit einem Tritt zu Boden gebracht, am Boden entdeckt und mit dem Fuß fixiert -, gibt es im Netz starke Zweifel an der Geschichte. Und jede Menge Busfahrer-Memes.

Busfahrer gegen Drohne - eine KI-generierte Satire in Computerspiel-Optik.  © privat

So lässt die KI Busfahrer in TikTok-Videos durch die Luft schweben, um Drohnen zu jagen. Ein durch Facebook und Instagram geisternder KI-Fake verheißt, dass der Leipziger Flughafen jetzt "staatlich geprüfte Drohnentreter" ausbilde und ein Meme in Form einer Zeitungsschlagzeile behauptet, dass Deutschland der Ukraine jetzt 1000 Busfahrer zur Drohnenabwehr zur Verfügung stelle.

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