Plötzlich wieder gefragt: Jeder achte Sachse ist Handwerker
Chemnitz/Dresden - Sachsen verlor in den vergangenen Jahren Tausende Industriearbeitsplätze. Allein 2025 verringerte sich binnen Jahresfrist die Zahl der Beschäftigten um fast 8500 (-3,7 Prozent). Das Handwerk - die Wirtschaftsmacht von nebenan (Eigenwerbung) - rückt daher stärker in den Fokus.
+ Jeder achte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (11,8 Prozent von insgesamt 1,63 Millionen) arbeitet in einem Handwerksberuf. Laut Bundesagentur für Arbeit liegt der Freistaat damit über dem Bundesdurchschnitt von 9,7 Prozent und auf Platz vier mit Sachsen-Anhalt im Bundesvergleich.
+ Die meisten Handwerker sind in der Kraftfahrzeugtechnik (21.700), Bauelektronik (10.500) und im Metallbau (9500) tätig. Handwerk prägt die Wirtschaft im ländlichen Raum.
+ Knapp die Hälfte aller Engpassberufe entfällt auf Handwerksberufe. Gesucht wird insbesondere in Bau- und Ausbauberufen, Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Energietechnik sowie Mechatronik und Elektronik.
+ Heimische Handwerksbetriebe erwirtschaften das Gros ihres Umsatzes im Umkreis von 50 Kilometern. Private Auftraggeber sorgten 2025 für 61,4 Prozent der Umsätze der Betriebe.
Der Anteil öffentlicher Auftraggeber liegt aktuell bei 7,4 Prozent (2013: 13,8 Prozent). "Das ist auch ein Ergebnis einer fehlgeleiteten Vergabepolitik der öffentlichen Hand, wo fast immer der billigste Anbieter den Auftrag erhalten hat. Das hat die Unternehmen mürbe gemacht", sagt Andreas Brzezinski (56), Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Dresden.
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+ Trotz Konjunkturflaute werden keine Abstriche bei der Ausbildung gemacht. So entschieden sich zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres über 2000 Frauen und Männer (entspricht Vorjahresniveau) für eine Karriere im Handwerk im Kammerbezirk Dresden. Auffällig: Darunter waren auch viele Abiturienten.
Titelfoto: Bildmontage: IMAGO/Westend61,IMAGO/Shotshop, IMAGO/Zoonar II
