Rollt die Grippewelle diesmal früher durch Sachsen?
Dresden - Kommt die Grippewelle dieses Jahr früher als sonst? Anzeichen dafür gibt es seit Anfang des Monats nicht in Deutschland, sondern auf der anderen Seite des Atlantiks. Aber auch in Sachsen macht sich die Viruserkrankung bereits bemerkbar.
Nach einer Meldung der Zeitschrift "Nature" hat die Grippewelle in den USA mehr als einen Monat früher als üblich begonnen. Das kann alles, muss aber nicht zwangsläufig etwas bedeuten, sagen Wissenschaftler.
In Sachsen hat es indes den ersten Todesfall dieser Grippesaison gegeben. Eine 56 Jahre alte Frau aus der Sächsischen Schweiz erlag in der vergangenen Woche im Krankenhaus ihrer Influenza-Erkrankung, wie aus dem Wochenbericht der Landesuntersuchungsanstalt (LUA) hervorgeht. Die Frau hatte allerdings eine schwere Vorerkrankung.
Gravierende Anzeichen für ein außergewöhnliches Infektionsgeschehen im Freistaat gibt es aktuell noch nicht. Die LUA meldete für die ersten beiden Oktoberwochen 104 Influenzafälle.
Das ist etwas mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres mit 86 Infektionen. Die meisten Fälle wurden bisher in Leipzig (24), vor Dresden (16) und dem Landkreis Nordsachsen (14) registriert.
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Köpping warnt vor Grippe
Das Robert-Koch-Institut (RKI) verzeichnete einen starken Anstieg der ARE-Inzidenz bis zur 39. Kalenderwoche, seitdem aber Stabilität und spricht von einem moderaten Infektionsniveau in Deutschland.
ARE steht für eine akute respiratorische Erkrankung, die nicht zwangsläufig von Influenza-Viren ausgelöst worden sein muss.
Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (67, SPD) warnte dennoch davor, die Grippe auf die leichte Schulter zu nehmen.
"Eine Grippe ist keine harmlose Erkältung", sagte sie und empfahl eine Impfung.
In der vergangenen Saison sanken die Infektionszahlen im Jahresvergleich zwar, die Todesfälle erreichten mit 258 Grippe-Opfern jedoch einen neuen Rekord.
Titelfoto: Bildmontage: Thomas Türpe, IMAGO/photothek

