Sachsen kämpft gegen Artensterben: Zwei Tiere stehen besonders im Fokus
Von Jörg Schurig
Dresden - Tiere wie das Rebhuhn und die Bachforelle sollen in Sachsen künftig stärker geschützt werden. Die Sächsische Landesstiftung für Natur und Umwelt (LANU) will sich wegen des fortschreitenden Artensterbens verstärkt um beide Tierarten kümmern, sagte Stiftungsdirektor Robert Clemen in Dresden. Das Artensterben schreite in bisher unbekannter Dimension fort und werde zu einer Bedrohung des Planeten. Es gelte unbedingt Gegenmaßnahmen einzuleiten, um einen Riesenkollaps zu vermeiden.
Nach Angaben der Stiftung gibt es bereits zahlreiche Verluste. So würden etwa der Große Brachvogel und auch die Uferschnepfe in Sachsen nicht mehr im Freistaat leben. Gleiches gelte für die Süßwasserfischart Schneider.
Der Bestand an Rebhühnern sei in den vergangenen 30 Jahren auf ein Prozent der ursprünglichen Population geschrumpft, bei Kiebitzen auf sieben Prozent.
Besonders die feuchten Wiesen und Weiden, wo Vögel wie der Kiebitz leben, würden zu den am meisten bedrohten Lebensräumen in Mitteleuropa zählen.
Gemeinsam mit Wissenschaftlern aus Tschechien will sich die Stiftung auch der Bachforelle im Erzgebirge widmen.
Die Salmoniden brauchen kalte, sauerstoffreiche Fließgewässer. Steigen die Wassertemperaturen auf mehr als 15 Grad kann sich etwa ein spezieller Leberparasit gut vermehren und die Fische töten.
Die Auswilderung von Rebhühnern ist bereits geplant
"Wir werden uns auch intensiver damit beschäftigen, wieder in solche konkreten Artenschutzprojekte einzusteigen", betonte Clemen.
So wolle man in Kooperation mit dem Zoo Leipzig voraussichtlich ab 2027 auf eigenen Flächen der Stiftung Rebhühner auswildern.
Die Landesstiftung kümmert sich vor allem um Umweltbildung und Naturschutz.
Seit 1992 gibt es einen Naturschutzfonds, der sich aus Spenden, Mitteln der Lotterie Glücksspirale und Ersatzzahlungen speist, die beispielsweise von Unternehmen für Eingriffe in die Natur geleistet werden müssen.
Mit dem Geld werden Projekte gefördert und Flächen angekauft.
Titelfoto: Sina Schuldt/dpa

