Letzter Brandalarm 1983: Königsteins Festungs-Wehr ist trotzdem immer in Bereitschaft
Königstein - Okay, der letzte Brand auf der Festung liegt schon Jahrzehnte zurück. Doch die Gefahr ist allgegenwärtig. Schmale Gassen, historische Gebäude und (der Legende nach) mehr als 1000 Räume stellen die einzigartige Feuerwehr der Festung Königstein vor besondere Herausforderungen.
Gerade die engen Wege durch das Festungsareal und entlang der Festungsmauer wollen gekonnt und geübt sein. Präzise manövriert Festungsfeuerwehrchef Ulli Müller (64) sein Fahrzeug an den Besuchern vorbei zur Zisterne nahe der Garnisonskirche: "Wo sich was befindet und wie man mit dem Auto dahin kommt, das üben wir mit den Kollegen zweimal monatlich."
Der letzte Brand liegt dabei schon mehr als 40 Jahre zurück, erinnert sich Müller: "1983 brannte eine Fritteuse im Empfangsgebäude, dem heutigen Kassenhäuschen."
Nach der Wende stiegen die Ansprüche und Sicherheitsbestimmungen, aber auch die technischen Möglichkeiten. Ein speziell für die Festung entwickeltes "Tragkraftspritzenfahrzeug" (TSF) ist seit 1993 im Einsatz.
Kommt es wirklich zu einem Feuer auf dem insgesamt 9,5 Hektar großen Areal, ertönt zunächst ein interner Alarm. Alle männlichen Angestellten der Festung (aktuell 14) haben dann "Dienstpflicht" und versammeln sich im Geräteraum der Feuerwehr.
Tag des offenen Denkmals startet Sonntag um 11 Uhr
Nach 30 Sekunden wird großer Alarm ausgelöst und damit verbunden die freiwilligen- und Berufsfeuerwehren im Königsteiner Umkreis mobilisiert: "Unsere Hauptaufgabe besteht dann darin, die Profis zu unterstützen, indem wir die Schläuche legen und genaue Richtungsangaben machen."
Eine weitere essenzielle Aufgabe sei der Brandschutz. Jens Hickmann (49), seit 33 Jahren bei der Feuerwehr und seit elf Jahren im Dienst der Festung, erklärt: "Am Weihnachtsmarkt steht hier ein Stand mit Frittieröl und daneben eine Hütte mit Strohdach. Lieber einmal mehr geguckt, sag' ich immer."
Zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag startet das Programm auf der Festung um 11 Uhr.
Eines der Highlights ist dann sicherlich der Einblick in die tägliche Arbeit der Festungs-Kameraden. Die speziellen Führungen und Einblicke sind im Eintrittspreis (17/13 Euro) enthalten.
Titelfoto: Bildmontage: IMAGO/Sylvio Dittrich, Norbert Neumann

