Vandalismus in Sächsischer Schweiz: Kosten für Beseitigung zahlt der Steuerzahler!
Von Jörg Schurig
Bad Schandau - Im Nationalpark Sächsische Schweiz werden immer wieder Spuren von Vandalismus sichtbar. Besucher ritzen ihre Initialen in Felsen und Bäume, hinterlassen Graffiti oder manipulieren Wegweiser. Die Nationalpark- und Forstverwaltung Sächsische Schweiz rechnet jedes Jahr mit Kosten zwischen 20.000 und 25.000 Euro für die Beseitigung von Graffiti, Farbe und Aufklebern.
"Die Beseitigung der Schäden wird mit Steuergeldern finanziert. Alle Mittel, die zur Beseitigung von Beschädigungen aufgewendet werden, wird der Instandhaltung von touristischer Infrastruktur wie Steiganlagen oder Wanderwegen entzogen", stellte Jens Posthoff von der Stabsstelle der Verwaltung klar.
"Aktuelle Beschädigungen mussten wir am Cottaer Spitzberg, Obelisk Lilienstein und am Großen Zschirnstein feststellen. Was dort passiert ist, ist beispiellos", sagte Posthoff.
Ihm zufolge handelt es sich bei den Beschädigungen an Felsen in erster Linie um Graffiti, in der Summe komme man jedes Jahr auf eine Fläche von etwa 50 Quadratmetern. Abgesehen von Einzelfällen seien die besprühten Flächen selten größer als 1,5 Quadratmeter.
"Schnitzereien in Bäumen bilden die Ausnahme, an Bäumen haben wir lokale Häufungen von Sprühaktionen mit Schriftzügen oder Zeichen", sagte Posthoff.
In der Hauptsache gehe es um Aufkleber und Botschaften aller Arten, die mit Markern auf den Wegweisern angebracht werden. Die Beschädigungen gerade an den Wegweisern würden mit der Besucherzahl und der Altersgruppe in bestimmten Gebieten korrespondieren.
In diesem Sommer haben Unbekannte mehrere Felsen stark beschädigt
Das Beseitigen von Textmarkern und Aufklebern koste viel Zeit und Mühe. Nach mehrmaligem Reinigen der Wegweiser mit Lösungsmitteln müssten diese ersetzt werden.
Laut Posthoff ordnete man bei Fällen von Graffiti Personen Taten klar zu. "Das ist ein Ergebnis der länderübergreifenden Ermittlungsarbeit der Polizei. Zuerst müssen die Taten strafbewehrt sein, über Höhen der Strafe und Tagessätze entscheidet die Justiz."
In diesem Sommer hatten Unbekannte mehrere Felsen stark beschädigt. Nach Angaben der Polizei nutzten die Täter mutmaßlich Akku-Werkzeuge, um in den Sandstein und in Denkmäler die Initialen "J+D" zu ritzen. Diese ergänzten sie mitunter um ein Herzsymbol. Betroffen waren etwa die Schrammsteinaussicht, der Papststein, die Herkulessäulen im Bielatal und das Schrammtor.
Auch im benachbarten Nationalpark Böhmische Schweiz sorgte ein Fall für Aufsehen. Betroffen war das Wahrzeichen des Parks, das Prebischtor. Weil ein Junge auf einer der Aussichtsplattformen an der Sandsteinbrücke mit einem spitzen Gegenstand in den Felsen ritzte, müssen seine Eltern nun eine Geldstrafe von umgerechnet rund 400 Euro bezahlen.
Titelfoto: Robert Michael/dpa

