Sächsische Wohnungswirtschaft warnt: Scheitert die Wärmewende?

Von Thomas Staudt, Jörg Schurig

Dresden - Die sächsische Wohnungswirtschaft wehrt sich gegen eine einseitige Belastung von Mietern, Vermietern und Energieversorgern.

Auf die Heizkosten fällt eine CO₂-Abgabe an. Die Preise dafür steigen ständig, ohne dass die Wohnungsunternehmen eine Steuerungsmöglichkeit haben. (Symbolfoto)  © 123RF

Die Wärmewende brauche eine wirksame sozialpolitische Abfederung, so die Spitzen der Wohnungsverbände am Donnerstag in Dresden.

Was dazu gehört, ist für die Verbände klar: eine Aufstockung der Wärmenetzförderung und die Einführung eines Klimageldes. Das sollte eigentlich aus dem Topf der CO₂-Einnahmen als Direktzahlung an die Bürger gehen, ist bis heute aber nicht umgesetzt. Und die CO₂-Preise steigen und steigen.

Was das bedeutet, machte Miriam Philipp (60), Vorständin des Verbands Sächsischer Wohnungsgenossenschaften (VSWG), am Beispiel einer Mietwohnung mit 60 Quadratmetern deutlich.

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Aktuell machen die CO₂-Kosten pro Jahr bei Erdgas 66 Euro und bei Fernwärme 241 Euro aus. Schlimmstenfalls könnte das im Jahr 2028 auf bis zu 147 Euro (Erdgas) beziehungsweise 526 Euro (Fernwärme) steigen.

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VSWG-Vorständin Miriam Philipp (60) machte deutlich, wie sich die steigenden CO₂-Preise auf eine 60-Quadratmeter-Wohnung auswirken.  © Ove Landgraf
Auch für eine 60-Quadratmeter-Wohnung in der Dresdner Johannstadt werden 2028 insgesamt 526 Euro CO₂-Kosten statt bisher 241 Euro fällig - jährlich und ohne Förderung.  © Thomas Türpe

Auf Fernwärme angewiesen: "Jede Preisbewegung wird unmittelbar zu einer Frage der Wohnkosten"

VKU-Chef Florian Gräßler (39): Der Fernwärme komme eine Schlüsselrolle bei der Wärmewende zu.  © Ove Landgraf

Eine Schlüsselrolle bei der Wärmewende komme in Sachsen der Fernwärme zu, sagte Florian Gräßler (39) vom Verband kommunaler Unternehmen (VKU).

In Dresden, Leipzig und Chemnitz liegt der Fernwärme-Anteil bei mehr als 90 Prozent, außerhalb bei rund 65 Prozent. Bei Fernwärme haben Wohnungsunternehmen aber keine Wahl. "Damit wird jede Preisbewegung bei der Fernwärme unmittelbar zu einer Frage der Wohnkosten."

Zudem kritisierten Philipp, Gräßler und Alexander Müller (51) vom Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Sachsen (vdw) die im Juli kurzfristig geänderten Bedingungen der Bundesförderung für effiziente Gebäude.

vdw-Chef Alexander Müller (51) kritisierte die kurzfristig geänderten Bedingungen der Bundesförderung für effiziente Gebäude.  © Ove Landgraf

Dadurch schrumpfe die Förderung teilweise um bis zu 58 Prozent. Stattdessen forderten die drei Spitzenvertreter eine Verzahnung von Bundes- und sächsischer Förderung, sodass Modernisierungsvorhaben nicht an Förderlücken scheitern.

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