Sächsischer Museumsbund mit Brandbrief gegen Kürzungen im Doppelhaushalt

Dresden - Ist das kulturelle Erbe in strukturschwachen Gebieten des Freistaats in Gefahr? Der Sächsische Museumsbund (SMB) sieht das so und warnt angesichts geplanter Kürzungen im Entwurf zum Doppelhaushalt für 2027/28 vor weiteren Schließungen.

Das Zuse Computer Museum in Hoyerswerda wurde geschlossen.  © dpa | Robert Michael

In einem Positionspapier drückt der SMB seine Sorge aus, dass gleich mehrere Kürzungsempfehlungen besonders die rund 400 nichtstaatlichen Museen im ländlichen Raum treffen werden. Konkret fordert der SMB Nachbesserungen bei den Kulturräumen, der Landesstelle für Museumswesen und der Kulturstiftung des Freistaates.

Es werde die Frage aufgeworfen, welche Rolle der Kultur und den Museen künftig zugedacht wird. Museen im ländlichen Raum seien wichtige Orte gesellschaftlichen Diskurses, würden erheblich zur Stärkung der demokratischen Gesellschaft beitragen.

Die kritische Finanzlage der Kommunen gefährde bereits jetzt den Erhalt des kulturellen Erbes und habe mit der Schließung des Zuse Computer Museums in Hoyerswerda und der Abwicklung der Schlesisch-Oberlausitzer Museumsverbund gGmbH zu ersten unwiederbringlichen Verlusten geführt, so der Museumsbund.

Anzeige

Forderung der SMB: Die im aktuellen Etat enthaltene Summe von 108,7 Millionen Euro für 2026 müsse fortgeschrieben werden, um eine "weitere Erosion musealer Infrastruktur" zu verhindern. Mit der Streichung von Investitionsmitteln nehme man den Museen auch die Chance, über Bundeshaushalt oder Stiftungen Mittel nach Sachsen zu holen. Eine Kurskorrektur sei dringend nötig.

Mehr zum Thema Sachsen: