Von Lutz Brose
Torgau - Ein trauriger Anblick bot sich den Besuchern des Stadtparkteichs in Torgau am Wochenende.
Fast so, wie es Herbert Dreilich (2004 †) in dem Kultsong von Karat "Schwanenkönig" in der ersten Strophe besungen hat: "Es neigte ein Schwanenkönig seinen Hals auf das Wasser hin. Sein Gefieder war weiß wie am ersten Tag, rein wie Sirenentraum. Und im Glitzern der Morgensonne sieht er in den Spiegel der Wellen hinein und mit brechenden Augen weiß er: Das wird sein Abschied sein."
Freilich, ein König war er noch nicht, beinahe noch ein Küken. Auch das Gefieder noch nicht weiß. Doch am Sonntagnachmittag neigte ein Jungvogel seinen Hals in das Wasser und regte sich danach nicht mehr.
Kurz vorher schaute der Schwan noch kurz in die Kamera und sein Bild mit gebrochenen Augen spiegelte sich tatsächlich im Wasser.
Massiver Blaualgenbefall vermutet
"Das ist nun schon der zehnte tote Schwan innerhalb einer Woche", erklärt Edwin Bendrin, Torgaus bekanntester Wildvogel-Experte. Am Vormittag wurden schon tote und geschwächte Tiere geborgen, die aber auch kurze Zeit später verendeten.
In dem als Eisbahnwiesenteich bezeichneten Angelgewässer am historischen Stadtpark "Glacis" wird ein massiver Blaualgenbefall vermutet. Die Polizei hat nach der Rettungsaktion mehrere Warnschilder platziert. Hundebesitzer sollten ihre Tiere nicht unbedingt aus dem Teich trinken lassen.
Schwäne nehmen beim Gründeln Wasser und Sedimente vom Grund auf. Wenn dabei Toxine in hoher Dosis beim Filtern von Nahrung und Wasser verschluckt werden, kann das tödlich enden.
Edwin Bendrin sorgt sich nun darum, dass der Teich weiter ins Ungleichgewicht gerät und dadurch auch der Fischbestand leidet.